29.09.2015

Einkommensteuer – Finanzausschuss verabschiedet Flexibilisierung des Investitionsabzugsbetrags (§ 7g Abs. 1 bis 4 EStG-E)

Nach der bisherigen Reglung war für die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags in § 7g EStG die Funktion des anzuschaffenden oder herzustellenden begünstigenden Wirtschaftsgutes anzugeben. In der betrieblichen Praxis ist die Inanspruchnahme des Investitionsabzugsbetrags aus diesem Grund häufig auf Schwierigkeiten gestoßen. Nachträgliche Änderungen der Investitionsplanung oder eine Aufstockung des Investitionsvolumens waren nicht möglich.

Die vom Finanzausschuss des Bundestags am 23. September 2015 im Steueränderungsgesetz 2015 verabschiedete Flexibilisierung des Investitionsabzugsbetrages in § 7g EStG stellt daher einen vom ZDH bereits seit Jahren geforderten Beitrag zum Bürokratieabbau dar: Für die Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrags in § 7g EStG soll nunmehr auf die Funktionsbezeichnung verzichtet werden. Damit werden betriebliche Investitionen als solche gefördert, unabhängig davon, in welches konkrete Wirtschaftsgut sie erfolgen. Dabei bleibt der Förderungsumfang erhalten, so dass der Steuerpflichtige weiterhin Abzugsbeträge für künftige Investitionen im beweglichen Anlagevermögen bis zu einem Höchstbetrag von 200.000 Euro gewinnmindernd abziehen kann. Das heißt, die Geltendmachung des Investitionsabzugsbetrags soll zukünftig mit deutlich weniger Verwaltungsaufwand verbunden sein.

Damit bewirkt die geplante Neuregelung einen enormen Vereinfachungseffekt für die Wirtschaft und bedeutet einen großen Erfolg für den ZDH.

Luisa Luft