14.01.2015

Einkommensteuer - Änderung der Besteuerung von Betriebsveranstaltungen

Mit dem Zollkodexanpassungsgesetz, dem der Bundesrat am 19. Dezember 2014 zugestimmt hat,  hat sich zum
1. Januar 2015 die Besteuerung von Betriebsveranstaltungen geändert. Der neu eingefügte § 19 Abs. 1 Satz 1 Nr. 1a EStG regelt die Besteuerung von Betriebsveranstaltungen wie folgt:

  • Einzubeziehende Kosten

Zu den Kosten einer Betriebsveranstaltung, die dem einzelnen Arbeitgeber und dessen Begleitperson zugerechnet werden, gehören nicht alle Gemeinkosten, sondern nur die Kosten, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet. Das heißt, die rechnerischen Selbstkosten des Arbeitgebers werden nicht mit einbezogen.

  • Adressatenkreis

Zuwendungen des Arbeitgebers an seinen Arbeitnehmer und dessen Begleitpersonen anlässlich von Betriebs- veranstaltungen gehören nach der Gesetzesänderung zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit. Für Betriebs- veranstaltungen, die allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offen stehen, gilt je Arbeitnehmer ein Freibetrag von 110 Euro je Betriebsveranstaltung. Unter Betriebsteil ist dabei eine betriebliche Organisationseinheit von einiger Bedeutung und Größe zu verstehen. Allerdings kann der Freibetrag jeweils nur für bis zu zwei Veranstaltungen jährlich in Anspruch genommen werden.

  • Freibetrag statt Freigrenze

Wichtig für die Arbeitnehmer ist: Aus der bisherigen Freigrenze in Höhe von 110 Euro wird ein Freibetrag, so dass ein Überschreiten der Grenze nicht mehr zur Lohnsteuerpflicht des gesamten Aufwands beim Arbeitnehmer führt, sondern nur der überschüssige Anteil ist steuerpflichtiger Arbeitslohn.

Mit der Änderung der Besteuerung von Betriebsveranstaltungen reagiert der Gesetzgeber auf die aktuelle Rechtsprechung. Diese stand der bisherigen in den Lohnsteuerrichtlinien geregelten Verwaltungspraxis zu steuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen teilweise entgegen.

Die Neuregelung tritt am 1. Januar 2015 in Kraft und gilt nicht, wie noch vom Bundesrat gefordert, für alle offenen Fälle.

 

Luisa Luft