14.03.2017

Editorial - Was lange währt, wird endlich gut?!

Es ist vollbracht, möchte man sagen. Nach über 50 Jahren hat sich die Große Koalition im Deutschen Bundestag darauf verständigt, die Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter anzuheben.

Die politische Einigung sieht vor, die Grenzen auf 800 Euro ab dem 01.01.2018 anzuheben und gleichzeitig die Poolabschreibung für Wirtschaftsgüter bis 1.000 Euro Anschaffungskosten beizubehalten. Entgegen ursprünglicher Planungen soll eine Umsetzung nicht im Zweiten Bürokratieentlastungsgesetz, sondern im Rahmen des sogenannten Lizenzschrankengesetzes erfolgen.

Der ZDH begrüßt diese überfällige Anhebung außerordentlich und dankt allen politischen Entscheidungsträgern für die Umsetzung dieser langjährigen Forderung des Handwerks. Hiermit wird ein wichtiger Beitrag zur Entlastung, gerade kleinerer und mittlerer Betriebe, von Bürokratie umgesetzt. Zugleich stellt diese nunmehr beschlossene Anhebung eine Anpassung an die allgemeine Kaufpreisentwicklung dar und ist daher steuerdogmatisch richtig.

Wenn auch der Betrag von 800 Euro hinter den Forderungen des Handwerks zurückbleibt und nach über 50 Jahren keinen vollständigen Ausgleich der Inflation darstellt, ist diese Anhebung ein wichtiges Signal an die Wirtschaft. Gleichzeitig mahnen wir an, dass dieser Betrag künftig in regelmäßigen Abständen an die allgemeine Preisentwicklung anzupassen ist.

Mit Blick auf den weiteren parlamentarischen Beratungsprozess rufen wir die Bundesländer auf, dieser begrüßenswerten Entscheidung die notwendige Zustimmung im Bundesrat zu geben, sodass die Betriebe rasch Rechtssicherheit erlangen.

 

Ihr ZDH-Steuerteam