Medienpolitik

ZDH/Bildschön 2017

Medienvielfalt, relevante Information und gute Unterhaltung - in Zeiten großer gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Umbrüche brauchen wir eine Medienlandschaft, in der relevante Inhalte und Hintergründe professionell aufgearbeitet, eingeordnet und erklärt werden.  

Dabei geht es dem Handwerk als Wirtschafts- und Gesellschaftsgruppe nicht nur, aber auch, um die Präsenz von Wirtschaft, Arbeitswelt und Handwerk in den audiovisuellen Formaten im linearen Fernsehen und auf Plattformen im Internet.  Die in die Rundfunk- und Fernsehgremien der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und in die Landesmedienanstalten entsandten Vertreter aus dem Handwerk beraten aktuelle medienpolitische Themen im Rahmen der Jahrestagung Medienpolitik.  

Nächste "Jahrestagung Medienpolitik" des Arbeitskreises Medienpolitik: Frühjahr 2018

Berlinale 2017: Branchentreff im Haus des Deutschen Handwerks

Die Preisträger des Ideenwettbewerbs "Meiner Hände Werk" mit der Jury und den Veranstaltern
v.l. Dipl. Ing. Franz Xaver Peteranderl (Präsident der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern), Dr. Lothar Semper (Hauptgeschäftsführer), Heiko Zupke (2. Platz), Iris Janssen (3. Platz), Sonja Zimmerschitt (Produzentin, d.i.e.filmgmbh) Petra Mirus (1. Platz), Claudia Berg (3. Platz), Brigitte Dithard (Redakteurin, SWR), Holger Schwannecke (ZDH-Generalsekretär), Hans Peter Wollseifer (ZDH-Präsident), Barbara Schardt (Top:Talente)

Petra Mirus gewinnt den Ideenwettbewerb zum Thema „Meiner Hände Werk“

Berlin, 13. Februar 2017 - Mit 200 interessierten Autoren und Dramaturgen war der Branchentreff von TOP: Talente, der Akademie für Film- und Fernsehdramaturgie, anlässlich der Berlinale 2017 ausgebucht.
Unter dem Titel "Von Beruf ? Arbeitswelten in Film und Fernsehen" erörterten, moderiert von Ulrich Höcherl (Chefredakteur BLICKPUNKT:FILM),  Pit Rampelt (Redaktion Fernsehspiel I, ZDF), Prof. Peter Henning (Autor & Regisseur, Vorstand im Verband Deutscher Drehbuchautoren VDD), Dr. Marion Esch (Stiftung für MINT-Entertainment-Education-Excellence) und Dipl. Ing. Franz Xaver Peteranderl (Präsident der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern) die Frage, wie viel Realität gute Unterhaltung verträgt.

"Im deutschen Fernsehen werden Handwerk und Arbeitswelt bisher viel zu selten thematisiert. Ein Defizit - denn Serien, TV-Movies und Filme transportieren Realität, liefern wichtige Rollenbilder und formen grundlegende Einstellungen.  Was im Fernsehen nicht gezeigt wird, existiert in den Augen vieler potenzieller Nachwuchskräfte gar nicht. Für das Handwerk ist das ein großes Problem - denn wir brauchen dringend junge Nachwuchskräfte". Mit diesem Hinweis hatte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), in seiner Begrüßung das Anliegen des Handwerks skizziert.

Einig waren sich die Diskutanten auf dem Podium darüber, dass sich gerade in der Vielfalt der Lebenswelt Handwerk mit über 130 Berufen viele der Herausforderungen der digitalen und globalen Umbrüche widerspiegeln. Präsident Franz Xaver Peteranderl hob hervor, dass auch die Vielzahl von Berufschancen für Frauen in der Welt des Handwerks vorhanden sei. Autor Peter Henning verwies darauf, dass Film-Geschichten meist Personengeschichten seien, also auch der Berufshintergrund der Protagonisten deren Handlungsweisen mit bestimmen könne. Eine größere Vielfalt an Berufswelten würde auch Pit Rampelt im Programm begrüßen. Etablierte Strukturen und Erwartungshaltungen engten jedoch die Spielräume im fiktionalen Programm ein. Dr. Marion Esch regte an, den Austausch zwischen Autoren und unterschiedlichen Arbeitswelten zu intensivieren und unterstützte die Forderung: „Die Recherche der Autoren muss auch honoriert werden."

Höhepunkt der Veranstaltung im Haus des Handwerks war die Kür der Sieger des Ideenwettbewerbs zum Thema „Meiner Hände Werk“.

Der 1. Platz, dotiert mit 2.500€, ging an Petra Mirus für ihr Konzept „Wofür dein Herz schlägt“.  Den 2. Platz, dotiert mit 1.500€, errang Heiko Zupke mit  seinem Konzept „Einmal im Leben“. Mit besonderer Großzügigkeit lösten die Preisstifter, die Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, das Dilemma der Jury, sich auf den 3. Platz nicht einigen zu können: Sie vergab den Platz zweimal, und auch das Preisgeld. Darüber freuten sich: Claudia Berg für „L@ther-Knut“ und Iris Janssen für „Der gute Bäcker“.

Der Jury unter dem Vorsitz von Imogen Nabel, Vorstandsvorsitzende TOP: Talente e.V., gehörten Holger Schwannecke (ZDH-Generalsekretär), Dr. Lothar Semper (Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern), Brigitte Dithard (Redakteurin, SWR) und Sonja Zimmerschitt (Produzentin, d.i.e.filmgmbh) an.


Für Rückfragen:

TOP: Talente e.V., Barbara Schardt, mail(at)toptalente.org, T.: 089 54588980, www.toptalente.org
Zentralverband des deutschen Handwerks (ZDH), Sabina Strunk, presse(at)zdh.de, T.: 030 20619 371, www.zdh.de
Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern, Rudi Baier, rudolf.baier(at)hwk-muenchen.de, T: 089 5119 120, www.hwk-bayern.de

Das Foto ist frei zur Verfügung in den Print- und Online-Medien des Handwerks. Foto: ZDH/Agentur Bildschön

Rede Hans Peter Wollseifer zur Preisverleihung zum Ideenwettbewerb Meiner Hände Werk"

Rede PS Wollseifer Preisverleihung Meiner Haende Werk-PRESSE.pdf
(PDF)
Rede Hans Peter Wollseifer, Preisverleihung zum Ideenwettbewerb Meiner Hände Werk" im Rahmen des Branchentreffs zur Berlinale 2017


Preisträger und Jurybegründungen

Petra Mirus; 1 Preis, Dr. Lothar Semper (Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der bayerischen Handwerkskammern)

1. Preis für Petra Mirus „Wofür dein Herz schlägt“:

An einem aufdringlich schönen Mittwoch im Mai, betritt Alexander Neumann den Maschinenbaubetrieb seines Vaters, nördlich von Kaufbeuren, den er so sehr hasst. Allein die Aussicht auf Rache, hat Alex dazu bewegt, hierher zu kommen und sich dem Gespräch mit dem Alten zu stellen.

Er wird seine Chance bekommen und noch vieles mehr ....
Am Ende dieser Geschichte muss Alex die Entscheidung seines Lebens treffen.

Die Jury hat besonders überzeugt, dass das Konzept bereits eine in sich geschlossene Geschichte mit einem schönen Spannungsbogen beinhaltet. Petra Mirus hat sehr gut den Handwerkerstolz herausgearbeitet und sich intensiv mit dem Handwerk beschäftigt.

Es wird deutlich wofür Handwerk steht: Zusammenhalt, Teamgedanke, für die Mitarbeiter da zu sein: „Alex erkennt zum ersten Mal in seinem Leben, was es bedeutet stolz zu sein, Werte zu verfolgen.“

Die Geschichte beeindruckt durch ihre Glaubwürdigkeit und stellt eine positive weibliche Unternehmenspersönlichkeit in den Mittelpunkt. Dass dem Klischee zuwiderlaufende Ende unterstreicht die persönliche Bewertung der Hauptperson.

Petra Mirus hat mit ihrem Erstlingswerk für ein abendfüllendes Spielfilmformat bei der Jury gepunktet. Herzlichen Glückwunsch!!!

Der 1. Platz des Ideenwettbewerbs „Meiner Hände Werk“ ist mit einem Preisgeld von 2.500 Euro dotiert.

Heiko Zupke; 2. Preis, Holger Schwannecke (ZDH-Generalsekretär)

2. Preis für Heiko Zupke "Einmal im Leben"

Protagonisten dieser Geschichte sind keine Polizisten, die rund um den Hamburger Hafen, bayerischen Voralpen oder der sächsischen Tiefebene kleinen und großen menschlichen Schicksalen nachspüren.

Es sind auch keine Arzthelferinnen, Ärzte oder verzweifelte Gastronomen auf der Suche nach verloren gegangenen oder nie vorhandenen Kochkünsten.

Hier geht es um fünf junge begabte Handwerkerinnen und Handwerker, die es ins deutsche Team für die "Handwerker-Olympiade" schaffen.

Eine emotionale Achterbahnfahrt für die fünf unterschiedlichen Charaktere. Spannend und humorvoll erzählt, mit viel Verständnis für Brüche, Fehlversuche und Umwege beim Erleben und Gestalten dieses besonderen Abschnitts der beruflichen wie persönlichen Entwicklung.

Der Autor selbst gibt an, zeigen zu wollen, dass auch junge Handwerkerinnen und Handwerker Aufregendes erleben, ihre Zukunft mit allen Chancen in die eigenen Hände nehmen und dabei witzig, cool und sexy sein können.

Die Jury meint: Recht hat er und deshalb gratulieren wir!

Der 2. Platz des Ideenwettbewerbs „Meiner Hände Werk“ ist mit einem Preisgeld von 1.500 Euro dotiert.

Claudia Berg; 3. Preis, Brigitte Dithard (Redakteurin, SWR)

3. Preis für Claudia Berg "L@ther- Knut"

Die Geschichte, die uns die Autorin erzählt, führt uns in eine ländliche Welt, die uns all zu oft als Idylle vorgeführt wird. Dass es dort aber z.T. ums Überleben ganzer Dörfer geht, wird selten erzählt. Wie das gehen kann, zeigt Claudia Berg uns in einer generationenübergreifenden Familiengeschichte, in der es der eigenbrötlerische Leder-Knut, der einer der letzten Sattler in der Gegend ist, durch den jugendlichen Elan seines internet-affinen Enkels, die Gewieftheit seiner heimgekehrten Tochter und die tatkräftige Unterstützung durch ein im Dorf angesiedeltes Mädchen aus Syrien schafft, die Initialzündung für eine Wiederbelebung des Dorfes zu geben.

Der Autorin gelingt es, die unterschiedlichsten Aspekte unserer aktuellen Zeit auf selbstverständliche Weise und mit Humor miteinander zu verbinden und dadurch eine Utopie zu entwerfen, die gar nicht so weit weg ist, von dem, was möglich wäre. Das macht Lust, da, wo wir sind, auch selbst immer wieder zuzupacken. Das hat die Jury überzeugt.

Der 3. Platz des Ideenwettbewerbs „Meiner Hände Werk“ ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert.

Iris Janssen; 3. Preis, Sonja Zimmerschitt (Produzentin, d.i.e.filmgmbh)

3. Preis für Iris Janssen "Der gute Bäcker"

Dieser Stoff ist an eine wahre Geschichte aus Frankreich angelehnt: Ein alter Bäcker verkauft für einen symbolischen Euro seine traditionsreiche Bäckerei an einen Obdachlosen, denn er findet keinen Nachfolger.

Die Konstellation allein ist bereits ohne jede weitere Adaption filmreif. Der Autorin gelingt es aber über diese Inspiration hinaus, die beiden Charaktere und die Konfliktsituationen, in die sie geraten, empathisch und realistisch zu zeichnen. Sie helfen einander, kämpfen aber auch mit ihren unterschiedlichen Lebenswirklichkeiten und erleben kein gemeinsames "Happy End".

Die Geschichte überzeugt auf verschiedenen Ebenen, mit emotionaler Kraft und mit gesellschaftlicher Relevanz. Handwerklich geführte Bäckereien werden vielerorts durch industrielle "Backshops" ersetzt. Und mancher Obdachlose könnte mit einer zweiten Chance in ein Leben ohne Not zurückkehren. Die spannende Umsetzung dieser Gelegenheit finden wir preiswürdig.

Der 3. Platz des Ideenwettbewerbs „Meiner Hände Werk“ ist mit einem Preisgeld von 1000 Euro dotiert.