Gestalter im Handwerk Studie

Anlässlich des 30jährigen Bestehens der Weiterbildung zum Gestalter im Handwerk hat die Arbeitsgemeinschaft der Akademien für Gestaltung im Handwerk eine Umfrage zur Wirkung der Weiterbildung durchgeführt. Die Auswertung fand in München an der Akademie für Gestaltung und Design statt.

654 Gestalter im Handwerk - die Absolventen der vergangenen drei Jahrgänge der inzwischen 14 Akademien des gesamten Bundesgebietes wurden zur Befragung eingeladen. 14 % der Absolventen beantworteten den einseitigen Fragebogen.

Die schulische Vorbildung der Gestalter im Handwerk liegt über dem Durchschnitt des Gesamtniveaus im Handwerk. Auch Abiturienten und Fachoberschulabsolventen (41 % der Gestalter) starten eine handwerkliche Ausbildung und streben danach vermehrt und gezielt eine gestalterische Weiterbildung an.

  • Rund ein Viertel der Gestalter im Handwerk hatte bereits vor der Weiterbildung den Abschluss als Meister ihres Fachs in der Tasche. 35 % streben eine Vertiefung ihrer kreativen Neigung und die Professionalisierung ihrer Talente, um sie als Angestellte im Rahmen eines Betriebes einzusetzen.
  • Rund zwei Drittel der Absolventen bleiben dem Handwerk auch nach der Weiterbildung verbunden. Die restlichen studieren und sind in der Regel in angrenzenden Berufen unterwegs: Design, Kunst Beratung und Bildung.
  • Die Umsetzungsquote, das erlernte Wissen in die Praxis anwenden zu können ist erfreulich hoch: 86 % der Gestalter geben an, dass sie das erlernte Wissen gut einsetzen können. Das Tätigkeitsprofil der Gestalter wandelt sich dabei von der Fertigung der Produktion in der Werkstatt hin zu Entwurf, Beratung, Planung und Verkauf.
  • 69 % der Absolventen geben an, einen neuen Arbeitsplatz gefunden zu haben oder befördert worden zu sein. Die restlichen waren fast alle bereits selbständig. Bei 53 % der Gestalter im Handwerk hat sich das Einkommen gesteigert. Bei 45 % ist es gleich geblieben.
  • Rund die Hälfte der Gesellen/ Gestalter möchte sich bei bietender Gelegenheit innerhalb der nächsten zwei Jahre selbständig machen. Die Rückmeldungen der Selbständigen zeigt, dass die zusätzliche Kompetenz der Gestaltung nur bei 26 % dazu führt, dass innerhalb der nächsten drei Jahre die Auslastung so zunimmt, dass jemand eingestellt werden muss. Allerdings ist ein Umsatzplus die Regel.
  • Die Selbständigen geben an, dass ihre Motivation zur Unternehmensgründung sehr stark darin lag, sich selbst zu verwirklichen, unabhängig zu werden und die eigene Kreativität ausleben zu können bzw. neue Herausforderungen angehen zu wollen. 85 % der Selbständigen entwickeln nun Referenzprodukte, die ihre gestalterische Kompetenz ausweisen und 91% von ihnen sagen, dass bei der Auftragsvergabe die Gestaltung eine mittlere (41 %) bis große Rolle (50 %) spielt.
  • Die Didaktik im Unterricht legt großen Wert auf Teamaufgaben und Präsentation der Aufgaben. Hier lernen sich die Teilnehmer eines Kurses gut kennen und schätzen. Diese Wertschätzung reicht weit über die Weiterbildung hinaus: 82 % der Absolventen geben an, in der Akademie ein weiterführendes berufliches Netzwerk geknüpft zu haben. Die Gestalter im Handwerk nehmen auch starken Anteil (82 %) an fachübergreifenden und angrenzenden Angeboten und Veranstaltungen z.B. der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Bundesweite Studie zum Gestalter im Handwerk zum Download