21.12.2016

Tschechische Republik: Umgang mit Geschäftspartnern

Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Tschechischen Republik und Deutschland entwickeln sich gut. Das Volumen des bilateralen Handels erreichte im vergangenen Jahr einen Rekordwert von 75,8 Mrd. EUR. Tschechien war damit der elftwichtigste Handelspartner Deutschlands vor Spanien, Russland und Japan. Die deutschen Exporte nach Tschechien beliefen sich auf 36,5 Mrd. EUR. Der Nachholbedarf tschechischer Haushalte, der Ausbau der Infrastruktur, die Steigerung der Energieeffizienz und Umweltschutz bieten deutschen Unternehmen attraktive Geschäftsmöglichkeiten.

Um mit tschechischen Partnern ins Geschäft zu kommen, sind einige Besonderheiten im Umgang zu beachten. Es ist nicht immer leicht, die richtige Strategie für den Geschäftskontakt zu finden. Deutsche bevorzugen ein Gespräch auf Sachebene, um ein Geschäft zum Abschluss zu bringen, Tschechen dagegen legen mehr Wert auf die zwischenmenschliche Ebene. Sie achten auf respektvolles und stilvolles Benehmen. Dazu gehören dem Anlass angemessene Kleidung und höfliche Umgangsformen sowie Pünktlichkeit. Es ist wichtig, dass die Beteiligten persönlich gut miteinander auskommen.

Der Gesprächspartner sollte immer mit Titel angesprochen werden. Ältere Personen schätzen noch Bezeichnungen wie Direktor, Ingenieur oder Magister. Keinesfalls sollten die eigenen Positionen monologartig präsentiert werden. Zu forsches und selbstsicheres Auftreten ist aufgrund gewisser Minderwertigkeitskomplexe gegenüber dem Westen verpönt. Auch wenn viele Tschechen Deutsch gut verstehen, stoßen auch Geschäftsleute mit guten Sprachkenntnissen an Grenzen. Wichtig ist ein Verhandeln auf Augenhöhe. Kommt auf tschechischer Seite der Geschäftsführer zum Gespräch, sollte auch der deutsche Unternehmenschef anwesend sein.

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 32 vom 9. August 2016