21.12.2016

Slowenien: Attraktiver Standort für ausländische Investoren

Slowenien ist mit etwa 2 Mio. Einwohnern ein kleiner Markt, verfügt aber über eine im regionalen Vergleich hohe Kaufkraft und attraktive Geschäftspotenziale. Eine gut ausgebaute Infrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte machen das Land zu einem interessanten Standort für ausländische Investoren, die einen bedeutenden Beitrag zur Stärkung der slowenischen Wirtschaft vor allem auf Exportmärkten leisten. Der Anteil ihrer Direktinvestitionen am Bruttoinlandsprodukt betrug im vergangenen Jahr 27,7 %. Auf Unternehmen mit ausländischer Beteiligung von mindestens 10 % entfielen Ende 2014 rund 4,5 % aller in Slowenien registrierten Firmen. Ihr Exportanteil betrug 36,9 %. 

Die slowenische Regierung unterstützt die Ansiedlung ausländischer Investoren im Land und stellt 2017 eine Investitionsförderung in Höhe von 4,64 Mio. EUR zur Verfügung. Unternehmen können sich in öffentlichen Ausschreibungen um Fördergelder bewerben. Zu den Standortvorteilen zählen neben qualifizierten Arbeitskräften auch Innovationskraft sowie gut entwickelte Universitäten und Institute. Hinzu kommen die geografische Lage mit Mittelmeerzugang und ein ausgebautes Autobahnnetz. 

Nachteilig für den Standort sind die relativ hohen Lohnkosten. Ende 2015 lag das Land gemessen an den Arbeitskosten in der EU auf Rang 14. Laut Statistischem Bundesamt kostete die Arbeitsstunde in Slowenien 15,70 EUR (EU-Durchschnitt: 25,90 EUR). Damit lagen die Arbeitskosten deutlich über denen von Bulgarien, Rumänien, Litauen, Lettland, Ungarn, Polen und Kroatien mit jeweils unter 10 EUR. Bei den Lohnnebenkosten liegt Slowenien im unteren EU-Bereich. 2015 entfielen auf 100 EUR Bruttoverdienst 19 EUR Nebenkosten. Das ist der achtniedrigste Wert in der EU (EU-Durchschnitt: 31 EUR). Nachteilig beurteilt werden auch Überregulierungen und die wenig effiziente öffentliche Verwaltung. Komplizierte und langwierige Genehmigungsverfahren im Bau- und Planungsrecht bremsen oft die Umsetzung von Projekten.

Weitere Auskünfte:
Deutsch-Slowenische Industrie- und Handelskammer (AHK)
1000 Ljubljana, Slowenien
Tel.: +386 1 252 8860
E-Mail: ahk(at)ahkslo.si

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 37 vom 13. September 2016