26.10.2017

Schweiz: Hohe Kaufkraft und anspruchsvolle Konsumenten

Im internationalen Preislohnvergleich für weltweit über 70 Großstädte rangierte  Zürich 2015 sowohl beim Lohnniveau als auch bei der Kaufkraft auf dem ersten Platz. Auf Platz 2 folgte bei den Löhnen Genf vor New York und Luxemburg.

Die Schweiz hat eine hohe Erwerbsquote von 68 % und eine geringe Arbeitslo-senquote von rund 3 % sowie eine sehr niedrige Inflation zwischen minus 1 % und plus 1 %. Hinsichtlich der materiellen Versorgung gehört die Schweiz laut dem Bundesamt für Statistik zu den bestplatzierten Ländern Europas. Auch Personen mit vermeintlich schlechtem Einkommen verdienen genug, um sich gehobene Konsumartikel oder einen eigenen Pkw leisten zu können.

Die Schweizer gelten als ausgesprochen konsumfreudig. Fast 60 % des BIP ent-fallen auf die private Nachfrage als wichtigste Komponente des gesamten Wirtschaftskreislaufs. Der Privatkonsum ist in den letzten drei Jahren real um fast 4 % gestiegen und wird in den kommenden Jahren weiter zulegen. Seit 2010 profitiert die Bevölkerung von den durch die Aufwertung des Schweizer Franken gefallenen Preisen importierter Konsumgüter (Pkw, Schuhe und Bekleidung, Elektronikprodukte). Konsumfördernd wirkt sich zudem die niedrige Inflationsrate aus, die zu beachtlichen realen Kaufkraftgewinnen führt. Das verfügbare Einkommen wird hauptsächlich für Waren und Dienstleistungen ausgegeben.

Wichtigstes Kaufkriterium ist für die Schweizer die Qualität der Produkte. Das betrifft sowohl die Waren des täglichen Bedarfs als auch langlebige Konsumgüter. Weitere Entscheidungskriterien beim Kauf sind Qualität und Produktnutzen sowie Aktionen und Preise.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 36 vom 7. September 2017