26.10.2017

Polen: Zulieferchancen für deutsche Firmen in der Möbelindustrie

Die Inlandsnachfrage nach Möbeln wächst in Polen dank der steigenden Kaufkraft der Bevölkerung. Auch die Ausstattung der neu entstehenden modernen Bürohäuser und Hotels stimuliert die Nachfrage. Zudem beschleunigt sich der Wohnungsbau. Im Rahmen des sozialen Wohnungsbauprogramms werden künftig verstärkt auch einfachere Möbel und Einbauten für kleinere Wohnungen gefragt sein. Laut der Consultingfirma KPMG wird sich der Wert der verkauften Produktion der polnischen Möbelhersteller auch mittelfristig weiter erhöhen und im Jahr 2020 annähernd 12 Mrd. EUR erreichen, was einer Verdoppelung gegenüber 2010 entspräche.

Die polnische Möbelbranche mit ihren 26.000 Unternehmen ist zuversichtlich und investiert weiter in ihre Kapazitäten. Zwei Drittel der von KPMG im Frühjahr befragten Firmen schätzten ihre Lage als gut ein, ein Drittel erwartete eine weitere Verbesserung. 37 % der Befragten gingen von steigenden Einnahmen aus.

Für deutsche Unternehmen ergeben sich dadurch nicht nur Zulieferchancen für Möbel, sondern insbesondere für Teile, Komponenten und Know-how sowie Investitionsgüter für die Möbelindustrie.

Nach Angaben des Statistischen Hauptamtes GUS war Deutschland 2016 größtes Abnehmerland polnischer Möbel mit einem Anteil von 36 %, gefolgt vom Vereinigten Königreich (7 %), der Tschechischen Republik (7 %), Frankreich (6 %) und den Niederlanden (5 %). Die polnischen Möbelimporte stammten hauptsächlich aus China (24 %), gefolgt von Deutschland mit 19 %.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 165 vom 28. August 2017