14.10.2016

Ukraine: Deutsche Unternehmen sind verhalten optimistisch

Eine aktuelle Konjunkturumfrage der Delegation der Deutschen Wirtschaft in der Ukraine zeigt Optimismus unter deutschen Unternehmen, auch wenn 49 % der Befragten erst 2018 mit deutlichem Wachstum rechnen. Die Umsatzentwicklung im Jahr 2016 wird je nach Geschäftsmodell unterschiedlich eingeschätzt. 15 % der befragten Unternehmen erwarten Umsatzeinbußen in diesem Jahr, 40 % rechnen mit geringem Umsatzwachstum. Unternehmen, deren Kunden Exportmärkte aus der Ukraine bedienen oder in Euro, US-Dollar oder Yen abrechnen, geht es gut dank gesunkener Produktionskosten infolge der Abwertung der ukrainischen Währung Hrywnja im Vorjahr.

Bei den Investitionen sind die deutschen Unternehmen eher zurückhaltend, nur 15 % wollen im laufenden Jahr investieren. Die investitionsfördernden bzw.
–hemmenden Faktoren sind die gleichen wie im Vorjahr. Positiv beurteilt werden die Nähe zur EU, das Inkrafttreten des Freihandelsabkommens mit der EU und die niedrigen Produktionskosten sowie die Mehrwertsteuerrückerstattung und der Zoll. Negativ gesehen werden weiterhin die Korruption, mangelnde Rechtssicherheit, überbordende Bürokratie, das Währungsrisiko und die damit verbundene Devisenregulierung. Deutlich schlechter wird der Reformwillen der Regierung bewertet.

Eine erfreuliche Entwicklung gibt es beim Personal. 31 % der deutschen Firmen beabsichtigen wegen der erwarteten positiven Wirtschaftsentwicklung die Einstellung von Mitarbeitern noch in diesem Jahr.

Der optimistische Trend für die Zukunft zeigt sich auch am Außenhandel. Der Warenaustausch nahm in den ersten vier Monaten 2016 um 20,9 % zu. Die deutschen Ausfuhren in die Ukraine stiegen in diesem Zeitraum um 32,4 %, die Einfuhren aus der Ukraine nach Deutschland legten um 3,4 % zu.

Quelle: Ost-West Contact 8/2016