14.10.2016

Schweiz: Fachkräftemangel verschärft sich

Die Schweiz zählt trotz hoher Löhne zu den weltweit wettbewerbsfähigsten Volks-wirtschaften. Die Arbeitslosenquote ist seit dem Ende der letzten Wirtschaftskrise kontinuierlich gefallen. Sie lag bei 4,5 % im letzten Jahr und stieg im ersten Quartal 2016 nur leicht auf 5,1 %. Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist der Expansion der Wirtschaft in den letzten Jahren geschuldet. Bedingt durch die Aufwertung des Schweizer Franken ist der Aufwärtstrend im letzten Jahr zwar gedämpft worden, jedoch soll das Wirtschaftswachstum 2016 um 1,2 % und 2017 um 1,7 % wieder zunehmen.

Die Situation auf dem Arbeitsmarkt hat in vielen Betrieben zu einem Fachkräftemangel geführt, weshalb Maßnahmen zur Weiterbildung, Mitarbeiterbindung und Einbindung von Randgruppen in den Arbeitsmarkt immer wichtiger werden. Nach Umfragen des Schweizer Bundesamtes für Statistik hatten 34 % aller Firmen des verarbeitenden Sektors Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von qualifizierten Arbeitskräften. Weniger angespannt ist die Situation im Dienstleistungsbereich.

In der Schweiz waren im ersten Quartal 1,1 Mio. Menschen ausländischer Nationalität mit Daueraufenthaltsbewilligung erwerbstätig. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutet dies einen Anstieg um 26.000. Die meisten ausländischen Arbeitskräfte kamen aus Deutschland, Italien und Portugal vor Frankreich und den westlichen Balkanländern. Hinzu kamen 305.000 tägliche Grenzgänger, davon über die Hälfte aus Frankreich, die übrigen aus Deutschland und Italien. Die 1,5 Mio. in der Schweiz arbeitenden Ausländer machen rd. 30 % der Erwerbstätigen aus.

Die Löhne haben in der Schweiz im letzten Jahr um 0,4 % zugelegt und lagen 2015 durchschnittlich bei 6.453 Schweizer Franken (ca. 5.900 EUR). Bedingt durch die rückläufigen Verbraucherpreise sind die Löhne real um 1,5 % gestiegen

Quelle: Märkte der Welt Nr. 33 vom 18. August 2016