14.10.2016

Kroatien: Verbesserte Rahmenbedingungen für ausländische Unternehmen

Kroatien bietet ausländischen Unternehmen und Investoren etliche Vorteile für eine Geschäftsniederlassung. Als Adria-Anrainer verfügt das Land über eine günstige Lage mit kurzen Entfernungen nach Mittel- und Osteuropa. Aufgrund der guten Verkehrsinfrastruktur sind Deutschland und andere Zielländer schnell erreichbar. Ein Pluspunkt gegenüber Konkurrenten auf dem Balkan ist die EU-Mitgliedschaft, wodurch Verwaltungs-, Zoll- und andere Kosten ganz entfallen
oder verringert werden.

Das Land bietet einige Geschäftschancen und Entwicklungspotenziale, z. B. bei der Nutzung erneuerbarer Energiequellen. Geschätzt werden auch die Qualifikation der Mitarbeiter und deren Fremdsprachenkenntnisse. Die Verbindungen zwischen Kroatien und Deutschland sind eng und die Mentalitätsunterschiede eher gering. 

Negativ für Investoren sind die beträchtliche Steuer- und Abgabenlast, die große und wenig effiziente Bürokratie mit langen Antrags- und Genehmigungsverfahren sowie Vorbehalte gegenüber ausländischem Kapital. Der Zufluss ausländischer Direktinvestitionen nach Kroatien hat von 3,4 Mrd. EUR im Jahr 2007 und 3,7 Mrd. EUR in 2008 stark abgenommen und lag 2015 nur noch bei 129,5 Mio. EUR.

Im Oktober letzten Jahres trat ein neues Gesetz zur Förderung von Investitionen in Kraft, das steuerliche Vergünstigungen gestaffelt nach der Höhe der Investitionen vorsieht. Anders als bisher sind darin Steuervorteile für Kleinunternehmen mit weniger als 10 Beschäftigten bei Investitionen ab 50.000 EUR und drei neuen Arbeitsplätzen enthalten.

Allgemein haben sich die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit von Unternehmen und die Geschäftsbeziehungen mit kroatischen Partnern in den letzten Jahren deutlich verbessert. In der Doing-Business-Rangliste der Weltbank hat sich Kroatien von Platz 103 im Jahr 2010 auf den 40. Platz von 189 bewerteten Ländern verbessert.

Quelle: Nachrichten für den Außenhandel Nr. 153 vom 10. August 2016