14.10.2016

Kosovo: Auslandsüberweisungen stützen den Konsum

Der Kosovo verzeichnete 2015 ein BIP-Wachstum von 4 %. Durch die steigende Nachfrage privater Haushalte aufgrund beträchtlicher Geldtransfers aus dem Ausland von hauptsächlich in Deutschland und der Schweiz lebenden Kosovaren setzt sich das Wirtschaftswachstum in den ersten Monaten des laufenden Jahres um 3,8 % fort. Die Geldeingänge übertrafen 2015 das Vorjahresniveau um 8,5 % und lagen bei 752 Mio. EUR, die Pro-Kopf-Ausgaben stiegen um 3,3 % auf durchschnittlich 1.432 EUR. In diesem Jahr sollen die Konsumausgaben der privaten Haushalte um etwa 4 % steigen.

Zunehmend dynamisch entwickeln sich die Investitionen. Mit 287 Mio. EUR in 2015 waren die ausländischen Direktinvestitionen doppelt so hoch wie im Vorjahr. Mittel- und langfristige Großvorhaben in der Verkehrs- und Energieinfrastruktur beschleunigen die wirtschaftliche Entwicklung des Kosovo in den nächsten Jahren. Die geplanten Projekte bieten ausländischen Lieferanten gute Geschäftsmöglichkeiten, weil eine lokale Fertigung der benötigen Ausrüstungen und Materialien größtenteils fehlt. Erheblicher Bedarf an technischer Ausstattung besteht bei Baumaßnahmen zur Verbesserung der kommunalen Infrastruktur, vor allem im Bereich der Wasser- und Abwasserentsorgung.

Im Energiesektor ist neben der Modernisierung und dem Aufstocken der Kapazitäten zur Stromübertragung der Neubau eines 500-MW-Kohlekraftwerks geplant, dessen Kosten auf rund 1 Mrd. EUR geschätzt werden. Bei den Investitionen in neue Verkehrswege kommt dem Bau einer Autobahn vom Kosovo nach Mazedonien mit Kosten von 600 Mio. EUR besondere Bedeutung zu. 

Quellen: Märke der Welt Nr. 32 vom 11. August 2016;
             Nachrichten für den Außenhandel Nr. 147 vom 2. August 2016