19.10.2016

Deutsche Exporte nach Osteuropa steigen stärker als Gesamtausfuhr

Die deutschen Exporte nach Osteuropa sind im ersten Halbjahr 2016 erstmals seit 2012 stärker gestiegen als die deutschen Ausfuhren insgesamt. Die Gesamtausfuhren legten in den ersten sechs Monaten dieses Jahres moderat um 1,5 % zu, während die Exporte in die 21 vom Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft betreuten Länder um 3,3 % gewachsen sind. Im Jahr 2015 waren Lieferungen aus Deutschland in die Region noch um rund 12 % zurückgegangen, während die deutschen Exporte im gleichen Zeitraum insgesamt um gut 6 % anstiegen. 

Wesentliche Impulse für diese Entwicklung kamen aus Südosteuropa. Die positive wirtschaftliche Entwicklung der Region, der hohe Investitions- und Modernisierungsbedarf und die zunehmende Integration in den europäischen Binnenmarkt bieten gute Kooperationsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Aufgrund der großen Nachfrage nach Waren aus Deutschland stiegen die Ausfuhren nach Rumänien, Serbien und Kroatien im ersten Halbjahr 2016 um jeweils rund 14 %.

Die Lage in Russland hat sich in der ersten Jahreshälfte leicht verbessert. Im Jahr 2015 waren die Ausfuhren nach Russland um 25 % zurückgegangen, in den ersten sechs Monaten 2016 lag das Minus nur noch bei 3,2 %. Die Exporte in die Ukraine stiegen hingegen um 31 % in Folge der dort begonnenen wirtschaftlichen Reformprozesse. Die deutsche Exportbilanz mit Belarus, Zentralasien und dem Südkaukasus weist zum Teil starke Einbrüche auf. Viele Länder in dieser Region leiden unter der russischen Wirtschaftsschwäche und dem Verfall der Rohstoffpreise.

Trotz des Exportanstiegs ging der deutsche Außenhandel mit den 21 Ost-Ausschuss-Ländern im ersten Halbjahr 2016 jedoch um 4 % auf 51,8 Mrd. EUR zurück, da die deutschen Einfuhren aus diesen Staaten um ein Zehntel gesunken sind. 

Quelle: Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft, 29. August 2016