07.09.2017

Polen: E-Mobility-Plan zur Elektrifizierung des Straßenverkehrs

Bekannt als Produzent von Elektrobussen fördert Polen nun die Entwicklung von strombetriebenen Pkw. Mit Hilfe des Projektes Electromobility Poland der polni-schen Regierung sollen bis zum Jahr 2025 eine Million Elektroautos auf polnischen Straßen fahren. Der Prototyp eines elektrischen Kleinwagens wird maximal 3,50 m lang sein und ab 2018/19 in Serie gehen. Ziel ist die kostengünstige Produktion von 100.000 Autos mit einer Reichweite von rund 250 km.

Während heimische Unternehmen wie Fabryka Samochodow Elektrycznych (FSE) und das bisher für Traktoren und Busse bekannte Traditionsunternehmen Ursus die Serienproduktion ihrer Elektrofahrzeuge vorbereiten, wird auch die Akkuherstellung ausgebaut. Polen ist ein wichtiger Standort für die Batterieproduktion, die polnische Firma Impact Clean Power Technology ist drittgrößter Batterielieferant für E-Mobility in Europa.

Für die Elektrifizierung des Straßenverkehrs muss in erster Linie die Ladeinfra-struktur ausgebaut werden. Das für den Herbst angekündigte E-Mobility-Gesetz sieht die Bereitstellung weiterer 6.000 standardmäßiger Ladestationen und 400 Schnellladestationen bis zum Jahr 2020 vor. Derzeit gibt es polenweit über 300 Ladepunkte für Elektrofahrzeuge, die meisten in Warschau.

Das E-Mobility-Programm hält für den Ausbau bis zu 500 Mio. EUR bereit, ein-schließlich der Kosten für die Modernisierung der Stromnetze. Der nordpolnische Energiekonzern Energa baut in Zusammenarbeit mit ABB und dessen französischem Konkurrenten DBT die Ladeinfrastruktur auf. Während diese Unternehmen ihre Aktivitäten auf Ballungsräume konzentrieren, will Greenway den außerstädtischen Transport bedienen. Noch bis Jahresende soll eine Ladeinfrastruktur errichtet werden, die die Durchfahrt von Krakow bis Gdansk ermöglicht. Bis Ende 2018 plant Greenway die Installation von 75 und bis 2020 von über 200 Ladepunkten landesweit.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 131 vom 11. Juli 2017