07.09.2017

Baltikum: Optimistischer Ausblick

Die aktuelle Konjunkturumfrage der Deutsch-Baltischen Handelskammer (AHK) bestätigt den optimistischen Trend der Vorjahre bezüglich Investitionsabsichten und Geschäftsabwicklungen. Demnach gehören die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen zu den besten Standorten in Mittel- und Osteuropa. Sie belegen die ersten Plätze der Umfrage unter 16 bewerteten Ländern Mittel- und Osteuropas.

Die Erwartungen der Unternehmen an Umsatz und Export für das laufende und kommende Geschäftsjahr sind positiv. Durchschnittlich 73 % der Befragten rechnen mit steigenden Umsätzen von 8 % bis 14 % im Vergleich zum Vorjahr. Mit steigenden bzw. gleichbleibenden Exporten rechnen in Estland 98 %, in Lettland 96 % und in Litauen 100 % der Unternehmen. Optimistisch gesehen werden die Investitionsabsichten: In Lettland wollen 44 % der Befragten mehr investieren als 2016, in Litauen 49 %. Der Anteil deutscher Unternehmen an den ausländischen Direktinvestitionen liegt in Litauen bei 10 %, in Lettland bei 4 % und in Estland bei gut 1 %. Knapp 50 % der lettischen und litauischen Unternehmen rechnen mit steigendem Personalbedarf, wobei sich die Verfügbarkeit von Fachkräften in den drei Ländern gegenüber dem Vorjahr verschlechtert hat.

Bei der Beurteilung der Standortfaktoren in Estland haben sich die Werte für die Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik, die Höhe der Arbeitskosten und die Steuerbelastung verschlechtert, liegen aber trotzdem noch über dem MOE-Durchschnitt. In Lettland werden die Bekämpfung der Korruption und Kriminalität am schlechtesten eingeschätzt, in Litauen haben sich aufgrund von Reformvorhaben seitens der Regierung einige Faktoren, wie der Zugang zu öffentlichen Fördermitteln verbessert.

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 28 vom 11. Juli 2017