10.07.2017

Belgien: Markt mit hoher Kaufkraft

Belgien ist ein Markt mit einer großer Kaufkraft und einem hohen Preisniveau. Beim verfügbaren Einkommen, den Konsumausgaben und den Kundenpräferenzen gibt es jedoch regionale Unterschiede. Der Großraum Brüssel gilt wegen seiner heterogenen Bevölkerungsstruktur als idealer Testmarkt für viele Produkte. Seniorengerechte Artikel und der Online-Handel bieten ein hohes Potenzial. Die Kaufkraft der Bevölkerung entwickelt sich gut aufgrund der robusten Konjunktur und einer Steuerreform für Geringverdiener. Die Prognosen sehen ein steigendes privates Haushaltseinkommen von jährlich 1,3 % für den Zeitraum 2016 bis 2022 voraus.

Das Preisniveau ist in Belgien höher als in Deutschland. Ein belgischer Verbraucher musste 2015 für den gleichen Warenkorb 5,4 % mehr bezahlen als im EU-Durchschnitt, in Deutschland waren es nur 0,3 % mehr. Entsprechend ist das verfügbare Einkommen hoch und betrug 2014 bereits 18.663 EUR je Einwohner. Regionale Unterschiede gibt es bei der Wirtschafts- und Kaufkraft sowie Sprache und Kultur. 2014 war das verfügbare Einkommen in Flandern um 6,4 % höher als im belgischen Mittel. In Wallonien lag der Wert dagegen um 8,6 % darunter, in Brüssel wegen vieler Transferempfänger sogar um 9,5 %.

Die Wirtschaftskraft in den einzelnen Regionen ist ebenfalls unterschiedlich. Das flämische Bruttoinlandsprodukt pro Kopf lag 2015 um 1,9 % über dem belgischen Durchschnitt und damit um 41,3 % höher als in Wallonien. Die Brüsseler Wirtschaftsleistung übertraf den Mittelwert sogar um 73 %.

Belgische Kunden sind qualitätsbewusst und legen Wert auf guten Service, unterscheiden sich aber je nach Region in ihren Konsumgewohnheiten mit niederländischer oder eher französischer Präferenz.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 26 vom 29. Juni 2017