27.06.2016

Rumänien: Spitzenposition in der EU

Rumäniens Wirtschaft ist im vergangenen Jahr das fünfte Mal in Folge gewachsen. Mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von mehr als 3 % gehört Rumänien 2016 zu den dynamischsten Ländern in der EU. Die Nachfrage der privaten Haushalte stieg 2015 um 5 %, das Investitionsvolumen um rund 6 %. Der Privatverbrauch ist neben den EU-geförderten Investitionen die wichtigste Konjunkturstütze. Die für den Zeitraum 2014 bis 2020 zur Verfügung stehenden EU-Fördergelder sollen zu einem großen Teil in landesweite Infrastrukturprojekte fließen.

Die Industrieproduktion wuchs im ersten Halbjahr um 3,2 % und soll auch im nächsten Jahr ebenso wie der Inlandsverbrauch weiter steigen. Das verarbeitende Gewerbe verzeichnete ein Plus von 3,6 %. Für das laufende Jahr wird mit 4,1 % die höchste Wachstumsrate in Mittel- und Osteuropa erwartet. Negativ beeinflusst wurde die Dynamik vom Außenhandel. Das Leistungsbilanzdefizit vergrößerte sich auf 1,5 % des BIP.

70 % des Außenhandels entfallen auf EU-Länder. Deutschland ist der Haupthandelspartner und hat 2015 mit einem Plus von 13,2 % gegenüber dem Vorjahr Güter und Dienstleistungen im Wert von 12,2 Mrd. EUR nach Rumänien exportiert. Importiert wurden Waren in Höhe von 10,6 Mrd. EU (+ 4,6 %).

Zu den bedeutendsten Exporteuren des Landes gehört die Kfz-Zulieferbranche mit einem Wachstum von 7 % im Vorjahr und erwarteten 6,3 % für 2016. Die Zulieferer sind weniger abhängig von der Inlandsproduktion, da sie einen Großteil ihrer Fertigung exportieren. Im Jahr 2015 erzielte die Branche einen geschätzten Umsatz von 19,3 Mrd. EUR nach 18 Mrd. EUR im Vorjahr.

Quelle: Ost-West Contact 4/2016