27.06.2016

Malta: Wachstumsmarkt zwischen Europa und Afrika

Seit dem EU-Beitritt wächst die Wirtschaft des kleinsten Mitgliedstaates schneller als im EU-Durchschnitt. 2014 verzeichnete das BIP einen Anstieg von 3,5 %, im vergangenen Jahr lag das Plus bei 4,3 % und für 2016 werden 3,6 % erwartet. Einige große Investitionsprojekte trugen wesentlich zum Wirtschaftswachstum bei. Durch die Senkung der Stromtarife für Privathaushalte in 2014 und die gute Beschäftigungslage stiegen zudem das verfügbare Einkommen der Malteser und ihre Konsumbereitschaft.

Dank der aktiven Arbeitsmarktpolitik der Regierung konnten die Arbeitslosenzahlen gesenkt und mehr Beschäftigung von Frauen erreicht werden. Steuervergünstigungen für Start-ups und andere Unternehmen tragen ebenso dazu bei, dass sich Geschäftsklima und Kauflaune der Verbraucher positiv entwickeln.

Der Binnenmarkt Maltas ist mit 400.000 Einwohnern sehr klein. Aufgrund der Insellage ist das Land abhängig vom Außenhandel mit Waren und Dienstleistungen. Im- und Exporte entwickeln sich meist in gleichen Umfang, denn die Einfuhren bestehen zum großen Teil aus Vorprodukten, die wieder exportiert werden. Nach einem leichten Rückgang der Ein- und Ausfuhren in 2013, einer Erholung in 2014 und erneuter Abnahme des Außenhandels im vergangenen Jahr sollen die Im- und Exporte 2016 wieder zulegen.

Seinen Energiebedarf deckt das Land fast vollständig durch Mineralölimporte. Um die hohen Energiekosten zu reduzieren und die Klimaziele der EU bis 2020 zu erfüllen, setzt Malta mit dem Bau eines neuen Gas- und Dampfkombikraftwerks künftig auf Erdgas. Solarstrom spielt bisher keine große Rolle.

Quelle: Nachrichten für den Außenhandel Nr. 11 vom 18. Januar 2016