27.06.2016

Japan: Deutsche Unternehmen zeigen Präsenz

Deutsche Unternehmen sehen in Japan mit seinen 127 Mio. Einwohnern und einem Durchschnittseinkommen von 42.000 USD einen lukrativen Absatzmarkt. Im vergangenen Jahr beliefen sich die deutschen Exporte nach Japan auf rund 17 Mrd. EUR, importiert wurden Waren im Wert von 20 Mrd. EUR. Eine Umfrage der Deutschen Industrie- und Handelskammer in Japan (AHK) unter 348 deutschen Unternehmen zum Geschäftsklima kam zu dem Ergebnis, dass ein großer Teil der Befragten mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage rechnet: 70 % beurteilen die Erfolgsaussichten für ihr Unternehmen als positiv, 27 % rechnen mit einem gesamtwirtschaftlichen Aufschwung in Japan.

In Japan gibt es aktuell 450 deutsche Niederlassungen. Deutsche Unternehmen, die schon länger vor Ort sind, berichten von höheren Gewinnspannen. Etwa die Hälfte der Umfrageteilnehmer erzielte in den letzten drei Jahren eine durchschnittliche Marge vor Steuern zwischen 1 % und 10 %, Unternehmen mit mehr als fünf Jahren Geschäftstätigkeit in Japan geben eine Gewinnmarge von 65 % an. 85 % der Befragten sehen Stabilität und Zuverlässigkeit von Geschäftsbeziehungen als Hauptvorteil im Japangeschäft. Besonders problematisch ist für 78 % die Suche nach qualifizierten Arbeitskräften.

Die globale Ausrichtung der japanischen Industrie gewinnt zunehmend an Bedeutung für deutsche Unternehmen. Für mehr als die Hälfte der Befragten gelten potenzielle Geschäfte mit japanischen Kunden außerhalb des Landes als Motivation für ihr Engagement vor Ort. Neben China steht dabei der Wirtschaftsraum ASEAN im Fokus, wo deutsche Unternehmen mit Hilfe ihrer Präsenz in Japan an Geschäften partizipieren wollen.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 21 vom 27. Mai 2016