25.04.2017

Polen: Gesetz zur befristeten Anstellung novelliert

In Polen ist das Vertragsrecht einschließlich handelsrechtlicher Verträge im Zivilgesetzbuch (ZGB) geregelt. Dementsprechend beinhaltet das ZBG auch den Handelsvertreter- und Kommissionsvertrag. Das polnische Privatrecht erlaubt den Vertragspartnern die freie Gestaltung ihrer Vereinbarung, sofern der Vertragsinhalt gesetz- und gesellschaftskonform ist. Beim Abschluss eines Arbeitsvertrages müssen unabhängig vom Sitz des Arbeitgebers das polnische Recht und die damit zusammenhängenden Vorschriften bezüglich Urlaubsanspruch, Krankheitsfällen und anderem berücksichtigt werden. Der Arbeitsvertrag selbst muss in polnischer Sprache verfasst werden.

Die Entscheidung zwischen der Einstellung eines Vertriebsmitarbeiters oder eines Handelsvertreters wird hauptsächlich dadurch bedingt, ob das Unternehmen einen Sitz im Land hat. Entsendungen von in Deutschland angestellten Mitarbeitern sind mit höheren Kosten verbunden. Daher stellen Unternehmen ohne Sitz in Polen Mitarbeiter oftmals auf der Basis von Arbeitsverträgen mit Tätigkeit im Land ein. Für die Entlohnung dieser Mitarbeiter sollten Kosten von monatlich 1.800 bis 2.800 EUR einkalkuliert werden. 

Die bisher geltenden Fristen bei Probezeit und Arbeitsvertrag sind vom polnischen Parlament im letzten Jahr novelliert worden. Die Gesamtlaufzeit von Probezeit und Zeitvertrag darf jetzt nur noch maximal 36 Monate betragen, danach muss das Arbeitsverhältnis auf einen unbefristeten Vertag umgestellt werden. Häufig werden Vertreter nicht als natürliche Personen beschäftigt, sondern Verträge mit den Firmen geschlossen, bei denen sie angestellt sind.

Quelle: Nachrichten für den Außenhandel Nr. 11 vom 16. Januar 2017