25.04.2017

Insolvenzen gefährden das Auslandsgeschäft

Der Kreditversicherer Euler Hermes kommt in der aktuellen Studie "Insolvencies: The tip of the iceberg" zu dem Ergebnis, dass die Zahl der weltweiten Unternehmenspleiten um 1 % steigen dürfte. Als Gründe hierfür werden die schwache Weltwirtschaft, das langsamere Handelswachstum, ein starker Preiswettbewerb und volatile Währungen genannt. In einigen Branchen wie dem Handel fehlt die Finanzkraft für Investitionen, z. B. für Digitalisierung. In anderen Bereichen gibt es einen Preisverfall aufgrund von Überkapazitäten. Hinzu kommt die Verschlechterung der weltweiten Finanzierungsbedingungen wegen zu erwartender Zinserhöhungen.

Für Deutschland wird eine gleichbleibende Zahl von Insolvenzen erwartet. Allerdings werden steigende Exportrisiken prognostiziert, da die Insolvenzen bei drei der fünf wichtigsten deutschen Handelspartner steigen: China (+ 10 %), Großbritannien (+ 5 %) und USA (+ 1 %). In den Schwellenländern, in denen deutsche Exporteure aktiv sind, zeichnen sich deutlich steigende Ausfälle ab, vor allem in Brasilien und Singapur mit einer Zunahme von je 15 % sowie Chile mit 12 %. Für Marokko (+ 8 %), Taiwan und Hongkong sowie Südafrika und die Türkei (je + 5 %), Russland, Luxemburg und Polen (je + 3 %), Kanada (+ 2 %), Österreich und Japan (je + 1 %) werden ebenfalls Anstiege erwartet.

Quelle: Nachrichten für den Außenhandel Nr. 18 vom 23. Januar 2017