25.04.2017

Bosnien und Herzegowina: Wachstumskurs hält an

Die Wirtschaft in Bosnien und Herzegowina entwickelt sich wie in den letzten beiden Jahren weiterhin gut. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes wuchs 2015 und 2016 jeweils um mehr als 3 % und für das laufende Jahr wird ein Plus von 3,3 % erwartet. Die wichtigsten Wachstumsimpulse gingen im vergangenen Jahr vom Export aus. Exportorientierte Unternehmen verzeichnen eine anhaltende Warennachfrage aus dem Ausland. Trotz kaum spürbarer Lohn- und Gehaltssteigerungen stiegen die Konsumausgaben der Privathaushalte, die gestützt wurden durch Bargeldtransfers aus dem Ausland sowie die um 1,1 % gesunkenen Verbraucherpreise. Mittelfristig dürfte sich die Nachfrage der privaten Haushalte erhöhen, da die anhaltend hohe Sparquote für eine Kaufzurückhaltung und damit verschobene Käufe der Konsumenten spricht. Die Einlagen privater Bankkunden betrugen im November 2016 5,31 Mrd. EUR und lagen damit um 5,2 % höher als im Jahr zuvor.

Das Handelsvolumen lag 2016 mit knapp 13,1 Mio. EUR um 2,9 % über dem Wert von 2015, wobei die Exporte um 4,8 % und die Importe um 1,8 % zulegten. Im Investitionsgüterbereich stiegen die Ausfuhren um 8 %, bei den Konsumgütern waren es 7 %. Die privaten Investitionen aus dem Ausland waren eher schwach und betrugen im Zeitraum Januar bis September 2016 lediglich 129 Mio. EUR. Im Jahr 2014 lagen die ausländischen Direktinvestitionen noch bei 386 Mio. EUR, hatten aber bereits 2015 auf 221 Mio. EUR nachgegeben. Hemmend wirkt sich der Auszahlungsstopp einer Kredittranche des Internationalen Währungsfonds (IWF) aus, nachdem das Land nicht alle Zusagen zur Bewilligung des neuen Kreditrahmens erfüllt hatte.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 10 vom 9. März 2017