23.02.2017

Frankreich: Umgang mit französischen Geschäftspartnern

Frankreich und Deutschland sind seit Ende der 1960er Jahre einander meist der wichtigste Handelspartner, die Gesellschaften beider Länder sind eng miteinander verbunden. Deutschland ist zudem hinter den USA mit 3.800 Unternehmen und 300.000 Beschäftigten der zweitgrößte ausländische Arbeitgeber in Frankreich. Jedoch gibt es zwischen beiden Ländern große Unterschiede im Geschäftsleben. Während in Deutschland die Regeln des freien Marktes gelten, sind in Frankreich einflussreiche Netzwerke, eine staatlich gelenkte Industriepolitik und direkte Interventionen eine Selbstverständlichkeit. 

Bei der Anbahnung von Geschäftskontakten in Frankreich sollte die Terminplanung rechtzeitig erfolgen mit der Möglichkeit kurzfristiger Änderungen, da Franzosen anders als Deutsche gerne improvisieren. Auch Freitagstermine sind möglich, da an diesem Tag in Frankreich genau so lange gearbeitet wird wie an anderen Wochentagen. Der Schriftverkehr kann mit den meisten Unternehmen per E-Mail erfolgen, möglichst auf Französisch. Bei der ersten Begegnung mit einem potenziellen französischen Geschäftspartner sollte zunächst eine Vertrauensbasis geschaffen werden, bevor die Sprache auf das Geschäft kommt.  

Als Gesprächsort bieten sich ein Hotel mit Konferenzraum, die Firma des Gesprächspartners oder ein neutraler Ort an. Beliebt sind Vormittagstermine, die in ein ausgiebiges Mittagessen übergehen, wobei das Niveau des Restaurants als Gradmesser für die Wertschätzung des Gesprächs gilt. Pünktlichkeit und genaue Zeiteinteilung spielen eine untergeordnete Rolle, auch längere Verspätungen sieht man mit Gelassenheit. Das Begrüßungsritual sollte einfach aber herzlich sein, die Anrede mit Monsieur oder Madame ohne Namen erfolgen.

Quelle: Nachrichten für den Außenhandel Nr. 221 vom 15. November 2016