08.06.2017

Premierministerin May verliert absolute Mehrheit

Die britische Premierministerin Theresa May hat die vorgezogenen Unterhauswahlen am Donnerstag zwar gewonnen, ihre bisherige absolute Mehrheit jedoch verloren. Ihre konservativen Tories errangen mit 318 der insgesamt 650 Parlamentssitze die meisten Mandate vor Labour (261) und den proeuropäischen Liberaldemokraten (LibDems, 13). Die europafeindliche UKIP verlor ihr bisher einziges Mandat und ist nicht mehr im Unterhaus vertreten. May hatte überraschend am 18. April Neuwahlen mit dem Ziel angesetzt, sich angesichts guter Umfragewerte ein starkes Mandat für die Brexit-Verhandlungen mit der EU zu sichern.

Vor der Wahl hatten sowohl Tories als auch Labour angekündigt, in jeden Fall am Brexit festhalten zu wollen. Einzig die LibDems hatten sich für den Fall des Eintritts in eine Koalitionsregierung für ein zweites Referendum und einen Verbleib in der EU stark gemacht. Sie könnten jetzt mit Mays Konservativen eine Koalitionsregierung bilden, wie schon zwischen 2010 bis 2015 unter Mays Vorgänger David Cameron. Im Gespräch ist auch eine Koalition Mays mit der nordirisch-unionistischen DUP.