09.12.2016

Roaming-Gebühren: Kommission will bis Juni freien Datenverkehr in Europa

Die EU-Kommission will die Roaming-Gebühren in Europa bis Juni nächsten Jahres abschaffen. Einen ersten Vorschlag mit konkreten Regelungen hatte die Kommission im September vorgelegt und nach heftiger Kritik überarbeitet.

Der neue Vorschlag sieht jetzt vor, dass Handynutzer ab Mitte 2017 zeitlich unbegrenzt und ohne Zusatzkosten Roaming im EU-Ausland nutzen können. Ausschlaggebend dafür soll der Wohnort oder eine "feste Verbindung" zu einem EU-Staat sein. Vorübergehend in einem anderen Mitgliedstaat als ihrem eigenen lebende EU-Bürger wie Grenzgänger oder entsandte Arbeitnehmer sollen von Angeboten vor Ort profitieren können. Verbraucher sollen nicht mit übermäßigen Dokumentationspflichten überfordert werden und Zugang zu den günstigsten Angeboten haben. Eine zweiwöchige Warnfrist soll Kunden im Fall eines festgestellten Missbrauchs vor Zusatzgebühren durch ihren Anbieter schützen.

Ziel ist eine Balance zwischen den Rechten für Anbieter und Verbraucher, um steigende Preise in den EU-Staaten zu verhindern. Am kommenden Montag werden die Mitgliedstaaten über den veränderten Text abstimmen. Sind auch die EU-Abgeordneten und die EU-Telekommunikationsminister dafür, können die Änderungen Mitte 2017 in Kraft treten - und "Roam like at Home" Wirklichkeit werden.