22.12.2016

Kommission stellt Vorschlag zur Umkehr der Mehrwertsteuerlast vor

Am 21. Dezember hat die EU-Kommission ihren Vorschlag für eine Richtlinie des Rats zur Änderung der jetzigen Mehrwertsteuer-Richtlinie 2006/112/EG vorgelegt. Ziel ist es, den Mitgliedstaaten, die dies wünschen, unter bestimmten Voraussetzungen die Einführung einer generellen Umkehrung der Umsatzsteuer-Schuldnerschaft bis 2022 zu ermöglichen.

Das reverse charge-Verfahren soll dazu dienen, Steuerbetrug im Rahmen so genannter Karussellgeschäfte einzudämmen. Karussellbetrüger schalten Unternehmen in anderen Mitgliedstaaten zwischen ihre Transaktionen, um die anfallende Mehrwertsteuerschuld zu umgehen. Fällt die Umsatzsteuer hingegen wie jetzt geplant beim letzten Glied in der Verkaufskette an, kann dieser Betrug zwar vermieden werden. Allerdings droht das Umsatzsteuerrecht komplexer zu werden und die Bürokratie - gerade für kleine und mittlere Unternehmen -zu steigen.

Der Vorschlag wird im neuen Jahr in den Ratsarbeitsgruppen debattiert und muss im Rat einstimmig angenommen werden. Das Europäische Parlament hat keine gesetzgeberische Kompetenz in diesem Verfahren.

Den Kommissionsvorschlag finden Sie auf Deutsch unter diesem Link:

https://ec.europa.eu/taxation_customs/sites/taxation/files/com_2016_811_de.pdf