24.06.2016

Großbritannien stimmt für EU-Austritt

Großbritannien hat in der Nacht zu Freitag, 24. Juni, mit 51,9 zu 48,1 Prozent für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt. Am Freitagmorgen führte das Brexit-Lager mit einem uneinholbaren Vorsprung von über 1 Million Stimmen vor dem Bremain-Lager (rund 17,4 Mio. gegenüber 16,1 Mio.).

Die Wahlbeteiligung lag bei 71,8 Prozent bzw. über 30 Millionen Wählern. Während London, Schottland und Nordirland mehrheitlich für den EU-Verbleib stimmten, votierten England (ohne London) und Wales für den Austritt. Das britische Pfund fiel gegenüber dem US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit 1985.

Im Laufe des Vormittags erklärte der britische Premierminister David Cameron seinen Rücktritt für Oktober. Die Austrittsverhandlungen mit der EU soll anschließend ein anderer Regierungschef führen. Von Cameron wird jetzt erwartet, dass er auf dem kommenden informellen EU-Gipfel am 28. / 29. Juni in Brüssel den anderen EU-Regierungschefs sein Austrittsgesuch nach Artikel 50 des Vertrags von Lissabon mitteilen wird. Dem Abkommen zum Austritt müssen das Europäische Parlament und eine qualifizierte Mehrheit der EU-Mitgliedstaaten (ohne Großbritannien) zustimmen.

Wann genau das Land wirklich aus der Union austreten wird, ist derzeit noch völlig offen. Während vertraglich zwei Jahre angesetzt sind, gibt es Zweifel, ob das zu schaffen ist. Immer wieder wird auf den EG-Austritt Grönlands 1985 verwiesen. Damals beschränkten sich die Verhandlungen im Wesentlichen auf den Fischereisektor - und dauerten dennoch drei Jahre lang.