26.05.2016

EZB beschließt AnaCredit-Verordnung

Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) hat am 20. Mai die Verordnung zur Implementierung des zentralen Kreditregisters AnaCredit veröffentlicht. Die Verordnung tritt zum 31. Dezember 2017 in Kraft.

AnaCredit soll statistischen und bankenaufsichtlichen Zwecken dienen, zudem aber auch der Finanzstabilität und Geldpolitik. Gemäß der Verordnung sind zunächst nur Kreditinstitute meldepflichtig. Eine spätere Ausweitung auf den gesamten Finanzsektor ist nach weiteren Kosten-Nutzen-Analysen möglich.

Die EZB hat ihre Verordnung nach Kritik an dieser in einigen Punkten entschärft. Bis auf Weiteres bleibt die Erfassung zunächst auf Unternehmenskredite begrenzt. Ursprünglich war geplant, in späteren Phasen die Meldepflichten auch auf Forderungen von Versicherern sowie Leasing- und Factoring-Anbieter auszuweiten. Anonymisiert sollten auch Forderungen an Privatpersonen hinzukommen.

Zudem wurde die Meldeschwelle für notleidende Darlehen angehoben. Statt bei 100 Euro soll diese nun, wie für Firmenkredite allgemein, bei 25.000 Euro liegen. Desweiteren räumt die EZB nationalen Behörden die Option ein, kleineren Banken für eine Übergangszeit von zwei Jahren eine quartalsweise statt der ansonsten vorgesehenen monatlichen Berichtsweise zu gestatten. Darüber hinaus hat die EZB den Start um sechs Monate nach hinten verlegt. Die erste Umsetzungsphase soll am 1. September 2018 beginnen.

Der Text der Verordnung kann in englischer Sprache unter folgendem Link aufgerufen werden:

https://www.ecb.europa.eu/ecb/legal/pdf/en_2016_13_f_sign.pdf

Eine Erläuterung der Verordnung kann in englischer Sprache unter folgendem Link aufgerufen werden:

https://www.ecb.europa.eu/stats/money/aggregates/anacredit/shared/pdf/explanatorynoteanacreditregulation.en.pdf

Die Ergebnisse der Konsultation der EZB zu AnaCredit können in englischer Sprache unter folgendem Link aufgerufen werden:

http://www.ecb.europa.eu/stats/money/aggregates/anacredit/shared/pdf/feedback_statement_201605.en.pdf