11.02.2016

EU-Kommission stellt Winterprognose 2016 vor

Die EU-Kommission hat am 4. Februar ihre Winterprognose 2016 zur Konjunkturentwicklung veröffentlicht. Für dieses und nächstes Jahr wird ein weiterhin langsames, überwiegend vom Konsum getragenes Wachstum erwartet.

Bezogen auf die 28 EU-Mitgliedstaaten geht die Prognose 2016 von einer um 1,9% höheren Wirtschaftsleistung (BIP) als im Vorjahr aus, für 2017 rechnet sie mit 2,0% (Eurozone: 1,7% und 1,9%). Unterstützt wird das Wachstum durch den niedrigen Ölpreis, günstige Finanzierungsbedingungen und den niedrigen Wechselkurs des Euro. Risikofaktoren sind der schwache Welthandel und geopolitische Unsicherheiten.

Die Situation auf den Arbeitsmärkten verbessert sich langsamer als in den vergangenen Jahren. Die Erwerbslosenquote wird EU-weit von voraussichtlich 9% (2016) auf 8,7% (2017) sinken. Für die Eurozone wird ein Rückgang von 10,5% (2016) auf 10,2% (2017) prognostiziert.

Die Inflation in der Eurozone lag gegen Ende 2015 nur geringfügig über Null, was vor allem auf den weiteren Rückgang der Ölpreise zurückzuführen ist. Der Anstieg der Verbraucherpreise dürfte auch in der ersten Jahreshälfte sehr gering ausfallen und in der zweiten Jahreshälfte langsam anziehen, wenn sich die Auswirkungen des drastischen Ölpreisverfalls abschwächen. Für 2016 wird im Euroraum eine Inflationsrate von 0,5% vorhergesagt. Ein Grund: gering wachsende Löhne. In Deutschland ist die starke Binnennachfrage durch die relativ guten Arbeitsmarkt- und Finanzierungsbedingungen laut Kommission die treibende Kraft für mehr Wachstum. Für 2016 und 2017 erwartet sie für Deutschland ein BIP-Wachstum von 1,8%.

Die Aufnahme von Flüchtlingen werde zwar wegen der erhöhten Staatsausgaben einen Wachstumsimpuls auslösen, andererseits jedoch die Arbeitslosenquote steigen lassen: 2016 auf 4,9%, 2017 auf 5,2%.

Der Gesamtbericht kann in englischer Sprache unter folgender Adresse aufgerufen werden:

http://ec.europa.eu/economy_finance/publications/eeip/pdf/ip020_en.pdf

Eine englischsprachige Übersicht für Deutschland finden Sie hier:

http://ec.europa.eu/economy_finance/eu/forecasts/2016_winter/de_en.pdf

Weiterführende Informationen finden sich unter folgendem Link:

http://ec.europa.eu/economy_finance/eu/forecasts/2016_winter_forecast_en.htm