11.01.2016

Runder Tisch zur Digitalisierung der europäischen Wirtschaft

Zahlreiche Vertreter aus Politik und Wirtschaft treffen sich am 11. Januar zum runden Tisch zur Digitalisierung der europäischen Wirtschaft mit EU-Digitalkommissar Günther Oettinger in Brüssel. Ziel der Runde ist die Erarbeitung einer europäischen Gesamtstrategie.

Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke, der als Verwaltungsratsmitglied des europäischen Handwerksverbands UEAPME neben dem Deutschen Handwerk auch die Interessen der zwölf Millionen kleinen und mittleren Unternehmen in Europa vertritt:

"Die Digitalisierung durchdringt alle Wirtschaftsbereiche. Auch Handwerksbetriebe integrieren selbstverständlich neueste Technologien in die Arbeitsprozesse und Geschäftsmodelle, um Kundenbedürfnissen besser und effizienter gerecht zu werden. Die Bandbreite innerhalb der verschiedenen Handwerksbranchen ist vielfältig und reicht etwa vom 3-D-Drucker in der Zahntechnik über den Datenaustausch von Kfz-Werkstätten über das Internet bis hin zur intelligenten Gebäudesteuerung.

Zunehmend werden auch Dienstleistungen digital abgewickelt: Skizzen für Möbel gehen über das Onlinetool beim Tischler ein, alte Bausubstanz lässt sich digital erfassen und damit konservieren.

Je kleiner ein Unternehmen ist, desto größer ist sein Bedarf an maßgeschneiderten Hilfestellungen. Dazu gehören beispielsweise speziell geschulte IT-Beauftragte in den Kammern und Innungen, passgenaue Kredite für die Digitalisierung oder IT-Programme. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) haben zugleich einen entscheidenden Vorteil: Sie sind sehr flexibel darin, neue Strukturen und Prozesse umzusetzen.

Für den Umgang mit und die Verarbeitung von Daten sind digitale Kompetenzen unverzichtbar. Diese müssen bereits in der Schule vermittelt werden, und später in der Ausbildung. Das betrifft nicht nur die digitale Infrastruktur, sondern auch die Inhalte. Die Kompetenzzentren des Handwerks, die Betriebe mit spezifisch auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Angeboten versorgen, sind ein gutes Beispiel für bedarfsorientierte Wissensvermittlung an Betriebe innerhalb Europas. So können auch KMU ihre Wettbewerbsfähigkeit erhöhen und ihr technologisches Potenzial besser ausschöpfen."