03.12.2015

Pragmatisch in die Kreislaufwirtschaft

Die EU-Kommission hat ihr Paket zur Kreislaufwirtschaft vorgelegt. Das Ziel: Die europäischen Unternehmen und Verbraucher beim Übergang in eine nachhaltigere Wirtschaft zu unterstützen. Den Aktionsplan stellte Daniel Calleja Crespo, Generaldirektor der Generaldirektion Umwelt in der EU-Kommission, beim Europaausschuss des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks in Brüssel vor. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:

"Weite Teile des  Kreislaufwirtschaftspakets der EU-Kommission lassen eine pragmatische Vorgehensweise erwarten. An der Umsetzung des Grünen Aktionsplans für KMU als Teil des Pakets wird das Handwerk intensiv mitwirken.

Ziel ist unter anderem, Produkte effizienter, langlebiger und reparaturfähiger zu gestalten und Sekundärrohstoffe stärker zu nutzen. Das Handwerk sieht darin eine Chance und kann bei den Vorgaben für eine praxistaugliche Ausgestaltung seine umfassende Erfahrung einbringen, beispielsweise im Bereich der Anforderungen an die Reparaturfähigkeit von Produkten im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie.

Beim Abfalltransport verfolgt die Kommission das Ziel, die Verfahren für kleine und mittlere Unternehmen zu vereinfachen. Der neue Vorschlag der Kommission erlaubt den Mitgliedstaaten, Unternehmen von Registerpflichten zu befreien, sofern sie maximal 20 Tonnen Abfall pro Jahr transportieren. Das geht in die richtige Richtung. Damit Unternehmen von dieser Ausnahme in der Praxis profitieren können, muss die Regelung jedoch auch die Berücksichtigung geringerer Mengen gefährlicher Abfälle beinhalten. Im deutschen Recht gibt es eine solche Regelung bereits. Solche Schwellenwerte sind für Handwerksunternehmen wichtig, weil der Transport von Abfällen nicht zu deren Kerngeschäft gehört. Sie erfüllen damit in der Regel Nebenleistungspflichten gegenüber ihren Kunden. Daraus darf ihnen kein Nachteil entstehen."