28.07.2015

Binnenmarkt-Kommissarin Bienkowska:"Langfristig braucht Europa einen Aktionsplan Mittelstand"

Brüssel, 28. Juli 2015 – EU-Binnenmarkt-Kommissarin Elzbieta Bienkowska hat am Dienstag ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer und ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke in Brüssel empfangen. Dazu erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke :

"Wir haben im Gespräch auf drei wesentliche Ziele hingewiesen. Erstens muss die Digitalisierung im Mittelstand vorangetrieben werden. Dafür braucht es eine passende Beratungsinfrastruktur, geeignete Unterstützungsmaßnahmen und eine Plattform zum Austausch bester Praktiken. Ziel muss sein, Mittelständler für Chancen und Risiken im Umgang mit Daten zu sensibilisieren. Das ist eine Voraussetzung, um Produkte und Dienstleistungen auch digital nach gemeinsamen Regeln anbieten zu können.

Zweitens brauchen wir die Arbeitskräfte mit den dafür notwendigen digitalen Fähigkeiten. Dafür müssen wir mehr als bisher alle Gruppen mitnehmen: Starke wie schwache Schulabsolventen, Studienaussteiger, Einwanderer und Flüchtlinge. Auch die Frauenerwerbstätigkeit muss gesteigert werden.

Drittens gilt es, die laufende Transparenzinitiative mit Augenmaß und Rücksicht auf bewährte nationale Systeme zu gestalten. Der deutsche Meisterbrief ermöglicht das berufliche Bildungssystem und ist damit der Grundstein jeder handwerklichen Ausbildung.

Langfristig braucht Europa ein "Aktionsprogramm Mittelstand", das die Unternehmensfinanzierung sichert, den Fachkräftebedarf deckt, die berufliche Bildung stärkt, Gründung und Nachfolge erleichtert und Bürokratielasten reduziert.

Wir haben Frau Bienkowska zugesichert, sie bei der Bewältigung dieser zentralen Herausforderungen zu unterstützen."