Die Meisterqualifikation im Handwerk

Die Meisterqualifikation ist das Qualitätsmerkmal für Führungskräfte im Handwerk. Wer Führungsverantwortung übernehmen und ein höheres Einkommen erzielen möchte, braucht die Meisterqualifikation:

  • Die Meisterqualifikation umfasst die notwendigen unternehmerischen Kompetenzen, einen Betrieb als Selbständiger oder Führungskraft erfolgreich zu leiten. Meisterbetriebe gehen daher deutlich seltener in die Insolvenz als andere Betriebe. Existenzgründer/innen mit Meisterbrief bekommen auch eher die nötigen Bankkredite als unqualifizierte Gründer.
  • Handwerksmeister/innen sind flexibel und haben gelernt, sich an neue Arbeitsbedingungen anzupassen. Das schützt nachhaltig vor Beschäftigungslosigkeit.
  • Handwerksmeister/innen haben einen Vorsprung an Wissen und Können. Das bewährt sich am Markt und im Kontakt mit Kunden. Wer sich auskennt, kann interessante Nischen nutzen und am Markt für sich erschließen.
  • Meister/innen können eigene Lehrlinge ausbilden und sich einen leistungsfähigen und motivierten Nachwuchs heranbilden. Sie genießen als kompetente/r Ansprechparter/in im Betrieb ein höheres Ansehen und verfügen deshalb über eine höhere Autorität.
  • Als Handwerksmeister/innen kann man sich zum Geprüften Betriebswirt nach der HwO fortbilden und damit zusätzlich betriebswirtschaftlicher Profi werden.
  • In allen Bundesländern haben Handwerksmeister/innen außerdem die Berechtigung an einer Hochschule zu studieren.

 

Was wird im Meisterlehrgang vermittelt?

Die Meisterqualifikation baut auf der beruflichen Ausbildung auf. Die Aufstiegsfortbildung ist modular aufgebaut und orientiert sich an den vier Teilen der Meisterprüfung. Es werden anwendungsbezogene Kompetenzen in den Bereichen Fachpraxis (Teil I), Fachtechnik (Teil II), Betriebswirtschaft und Recht (Teil III) sowie Berufs- und Arbeitspädagogik (Teil IV) vermittelt.

Die Inhalte der Vorbereitungskurse für die Teile I und II der Meisterprüfung orientieren sich an den Anforderungen der jeweiligen gewerbespezifischen Meisterprüfungsteile. Diese sind in den Meisterprüfungsverordnungen für die einzelnen Handwerke festgelegt.

Auch für die Teile III und IV sind die Prüfungsanforderungen in einer Rechtsverordnung festgelegt. Für beide Teile gibt es offizielle Lehrgangsempfehlungen:

1. Rahmenlehrplan für Teil III

2. Rahmenlehrplan für Teil IV

 

Wo kann ich Meister/-in werden und wer fördert mich?

Die Weiterbildung zum Meister findet in der Regel in Bildungseinrichtungen der Handwerksorganisation statt, in einigen Ländern gibt es auch staatliche Meisterschulen.

Wer einen Vollzeitlehrgang besucht, kann grundsätzlich Meister-BAFöG zur Förderung des Lebensunterhalts und der Lehrgangs- und Prüfungskosten beantragen. Auch Teilzeitkurse sind möglich und im Hinblick auf die Lehrgangs- und Prüfungskosten ebenfalls förderfähig (Link zum Artikel: Meister-BAFöG).

 

Welchen Wert hat die Meisterqualifikation?

Wer die Meisterprüfung in allen vier Teilen bestanden hat, erhält den Meisterbrief und darf sich im Geschäftsverkehr als Handwerksmeister/in bezeichnen. Der Meisterbrief ist ein wichtiges Qualitätssiegel und damit auch ein Marketinginstrument für jeden Betrieb.

Die deutsche Meisterprüfung ist in vielen Staaten bekannt und deutsche Handwerksmeister und -meisterinnen sind weltweit gefragte Experten. Innerhalb der EU hat die Meisterqualifikation im Rahmen der EU-Berufsanerkennungsrichtlinie eine angemessene Berücksichtigung erfahren. Deutschen Handwerksmeister können damit in der Regel ohne Probleme in der gesamten EU tätig werden. Darüber hinaus hat Deutschland mit einigen Ländern (Frankreich und Österreich) spezielle Gleichstellungsabkommen abgeschlossen, wodurch die Meisterprüfungen in beiden Ländern wechselseitig anerkannt werden (weitere Informationen).

Im Rahmen des Deutschen Qualifikationsrahmens wird die Meisterqualifikation auf der Niveaustufe 6 des insgesamt achtstufigen Rahmens eingeordnet. Die Meisterqualifikation liegt damit auf dem gleichen Niveau wie ein Bachelor-abschluss einer Hochschule.

 

Meisterprüfung

Die Meisterprüfung besteht aus vier selbständigen Prüfungsteilen und wird von einer staatlichen Prüfungskommission abgenommen.