Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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28.10.2020

Unternehmen ändern ihre Einkaufsstrategie unter Pandemie

Die Corona-Pandemie hat vielen Einkaufsabteilungen gezeigt, wie abhängig ihre Unternehmen bei bestimmten Produkten oder Dienstleistungen von einem Lieferanten sind.

Die Corona-Pandemie hat vielen Einkaufsabteilungen gezeigt, wie abhängig ihre Unternehmen bei bestimmten Produkten oder Dienstleistungen von einem Lieferanten sind. Oder die Notwendigkeit verdeutlicht, digital aufzurüsten, um den Anforderungen im Homeoffice gerecht zu werden. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Umfrage des Einkaufsdienstleisters Opus Capita unter 100 Einkaufsleitern in Deutschland, Frankreich, Großbritannien, der Schweiz und den skandinavischen Ländern.

Insgesamt 62 % der Befragten haben ihre Einkaufsstrategie unter dem Eindruck der Pandemie geändert. Für viele Einkaufsteams ist die Krise ein Weckruf. Sie hinterfragen jetzt das „Single-Sourcing“. Corona hat aber auch gezeigt, wie wenig die meisten Einkäufer über ihre Lieferketten wissen. Lediglich 18 der 100 Befragten gaben an, auch während der Pandemie einen sehr guten Überblick über ihre Lieferanten zu haben. 26 % halten die Transparenz ihrer Lieferketten für gut, 56 % verfügen jedoch über nur ungenügende Informationen.

Leider verliert als Folge der Pandemie offenbar das Thema Nachhaltigkeit im Einkauf an Bedeutung. 58 % der Befragten wollen entsprechende Initiativen verschieben oder reduzieren. Jeder Sechste gab sogar an, ganz verzichten zu wollen. Das zeigt, dass sich Unternehmen derzeit im Überlebensmodus befinden und ihre Aktivitäten entsprechend ausrichten.

Als Reaktion auf die Corona-Krise plant eine Mehrheit (fast zwei Drittel) der befragten Einkaufschefs, die Verträge mit Lieferanten umzuschreiben. Einige der Einkäufer wollen beispielsweise zukünftig den Gesundheits- und Arbeitsschutz explizit in die Verträge aufnehmen. Andere wollen ihren Lieferanten hinsichtlich der Lieferzeiten entgegenkommen: Wer seine Ware nicht fristgerecht verschiffen kann, soll dafür keine Strafe zahlen müssen. Die Studie zeigt, dass in vielen Einkaufsabteilungen erst in diesem Jahr gelernt wurde, was eine Force-Majeure-Klausel (Höhere-Gewalt-Klausel) ist. 

Quelle: Nachrichten für Außenhandel vom 28. August 2020

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