Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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28.10.2021

Rumänien/Slowakei: Attraktiv für deutsche Kfz-Zulieferer

Die Automobilindustrie wird nach dem pandemiegeschüttelten Jahr 2020 wieder zum Zugpferd der rumänischen und slowakischen Wirtschaft.
Neuwagen auf Autozug

Nach Angaben des Verbands der Automobilhersteller ACAROM rollten in Rumänien im ersten Halbjahr 2021 rund 26 % mehr Autos vom Band als im Vorjahresvergleich. In Europa werden voraussichtlich bis 2030 etwa 42 % der verkauften Autos von einem Hybridmotor oder Batterien angetrieben. Entsprechend richten Autoproduzenten und Zulieferer neue Investitionsvorhaben auch in Rumänien auf Elektromobilität aus.

Ford modernisiert sein Werk in Craiova und will bis 2025 weltweit rund 18 Mrd. Euro in die Elektromobilität investieren. Ab 2030 will das Unternehmen auf dem europäischen Markt nur noch E-Autos verkaufen. Mit einer ab 2024 rein elektrisch angetrieben Modellversion wird Ford der erste Autobauer in Rumänien sein, der dort ein vollelektrisch angetriebenes Fahrzeug produziert. Diese ehrgeizigen Ziele machen den Standort Rumänien für deutsche Zulieferer attraktiv. Bei den Lieferungen von Kfz-Teilen aus Deutschland macht sich derzeit die in Rumänien gestiegene Automobilproduktion bemerkbar, die im Zeitraum Januar bis April 2021 um rund 32 % über den Werten von 2020 lag. Die Kfz-Branche gehört zu den größten Arbeitgebern des Landes: Etwa 430 heimische und 200 internationale Unternehmen beschäftigen rund 240.000 Mitarbeiter.

In der Slowakei setzte dank der Auslandsnachfrage bereits im zweiten Halbjahr 2020 die Erholung der Branche ein. Mit einer Produktion von 182 Autos pro 1.000 Einwohner ist Automobilindustrie wieder das Zugpferd der Wirtschaft. Sie erwirtschaftete laut dem Verband der Automobilindustrie ZAP SR im Jahr 2020 über 42 % der landesweiten Produktion und der Umsätze. Bei der Produktion wird 2021 die Rückkehr zu über 1 Mio. Pkw für möglich gehalten. Mit Sorge sieht der Branchenverband, dass beim europäischen Aufbruch zu umweltfreundlichen Antrieben und Emissionssenkungen die Slowakei weit hinten liegt. 2020 wurden dort gerade einmal 1.771 Autos, die Strom laden können, verkauft. Als nachhaltige Lösung gilt eine langfristige systematische Unterstützung für emissionsfreie oder -arme Fahrzeuge. Geht es nach den Ankündigungen, werden dem Autostandort Slowakei bis 2023 über 1,5 Mrd. Euro an Investitionen zufließen.
 
Kontakt:
Deutsch-Rumänische Auslandshandelskammer
Deutsche-Slowakische Auslandshandelskammer

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 40 vom 5. Oktober 2021