Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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28.10.2021

Polen: Infrastrukturprojekte mit guten Zulieferchancen

Der Investitionsbedarf bei Energie, Verkehrsinfrastruktur, Abfallwirtschaft und Internetausbau bleibt in Polen hoch.

Polen steht vor großen Aufgaben in den Bereichen Energietransformation, Verkehrsinfrastruktur, Abfallverwertung, Digitalisierung/IT und Wasserbau. Deutschen Unternehmen eröffnen sich gute Zulieferchancen für Investitionsgüter, Materialien und beim Knowhow. Allein aus dem EU-Fonds zum Wiederaufbau nach der Coronakrise soll Polen 58,1 Mrd. Euro erhalten, darunter 23,9 Mrd. Euro als Zuschüsse. Der EU-Fonds Infrastruktur, Klima, Umwelt sieht für das Land von 2021 bis 2027 vorläufig über 25 Mrd. Euro vor, darunter 14,5 Milliarden Euro für Straßenbau und den Transportsektor.

Das Netz von Autobahnen und Schnellstraßen soll 2021 um 386 Kilometer erweitert werden (2020: 138 Kilometer). Zu den Vorhaben gehört die A18 von Dolny Śląsk (Niederschlesien) in Richtung Cottbus / Berlin, die 2023 fertiggestellt sein soll. Zur Jahresmitte 2021 befanden sich 128 Straßenprojekte mit einer Länge von insgesamt knapp 1.600 Kilometer im Bau oder in der Planung. Für das Schienennetz sollen 2021 Ausschreibungen im Wert von etwa 2,7 Mrd. Euro getätigt werden. Gleisanlagen und Bahnhöfe werden modernisiert, erweitert oder neu gebaut. Der im Landeszentrum geplante Großflughafen Centralny Port Komunikacyjny (CPK) wird bis 2034 schrittweise an zwölf neu zu bauende Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von 1.789 Kilometern angeschlossen. Der Flughafen selbst soll von 2023 bis 2027 gebaut werden. Die drei Meereshäfen Szczecin-Świnoujście (Stettin-Swinemünde), Gdynia (Gdingen) und Gdańsk (Danzig) bauen ihre Container-Kapazitäten und Kaianlagen unter anderem für Fährschiffe aus. Gleichzeitig erhalten sie eine bessere Schienenanbindung. Der durch die Frische Nehrung (Mierzeja Wiślana) gebaute 1,3 Kilometer lange und 5 Meter tiefe Kanal soll ab 2022 schiffbar sein.

Für Polen ist es eine große Anstrengung, sich von der Kohle zur Energieerzeugung zu verabschieden. Als Übergangslösung entstehen Gaskraft- und  -heizwerke. Die Gas-Pipelines und LNG-Kapazitäten bei den Häfen werden ausgebaut. Offshore-Windparks sind geplant, die Sonnenenergie wird verstärkt genutzt und mehr Biogasanlagen werden errichtet. An der Atomkraft hält Polen fest, wobei Unternehmen aus den USA, Frankreich und Korea für den Bau eines ersten AKW in Frage kommen.

Kontakt:
Deutsch-Polnische Auslandshandelskammer (AHK Polen)

Quelle: www.gtai.de, Pressemitteilung vom 9. September 2021