Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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08.09.2021

Italien: Auch deutsche Anbieter profitieren vom "Recovery Plan"

Die Europäische Kommission hat Italiens Recovery Plan mit einem Investitionsvolumen von 151,5 Mrd. Euro zugestimmt.

Im Juni hat die Europäische Kommission Italiens Recovery Plan zugestimmt. Dieser sieht Investitionen von 151,5 Mrd. Euro in sechs Feldern vor: Digitalisierung, grüner Wandel, Infrastruktur/nachhaltige Mobilität, Bildung/Forschung, Inklusion/Kohäsion sowie Gesundheit. Italien erhält damit von allen EU-Staaten den größten Teil aus dem Corona-Fördertopf mit insgesamt 750 Mrd. Euro für den Wiederaufbau.

Der Großteil der Maßnahmen für die Digitalisierung wird in der Verarbeitenden Industrie umgesetzt. Rund 13,4 Mrd. Euro in Form von großzügigen Steuergutschriften beim Kauf von Industrie 4.0-Ausrüstung sind dafür vorgesehen. Diese gelten auch für den Kauf deutscher Ausrüstung, sofern sie in Betrieben in Italien zum Einsatz kommt. Für Anschaffungen von Industrie 4.0-Maschinen können bis zu 50 % an Steuergutschriften geltend gemacht werden, für Software 20 %. Für den flächendeckenden Ausbau des Ultrabreitband- und 5G-Netzes sieht der Plan 6,7 Mrd. Euro vor.

Den größten Posten im Recovery Plan nehmen mit 60 Mrd. Euro Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit ein. Eine höhere Energieeffizienz von Gebäuden will Italien über Steuergutschriften im Rahmen des Förderinstruments Superbonus erreichen. Dafür stehen insgesamt rund 15 Mrd. Euro bereit – ein interessantes Feld für deutsche Hersteller von Fenstern, Türen, Wärmepumpen, Isolierungen. Auch Berater können profitieren.

Der Bahnsektor erhält mit rund 25 Mrd. Euro einen großen Teil des Recovery-Geldes. Die geplanten Projekte betreffen vor allem die Hochgeschwindigkeitsstrecken im Norden, aber auch im bisher vernachlässigten Süden. Beliebte Lieferanten bei der italienischen Bahn sind deutsche Unternehmen.

In der Digitalisierung der Aus- und Weiterbildung könnten sich Chancen für Berater und Bildungsanbieter ergeben.

Kontakt:
Deutsch-Italienische Handelskammer (AHK Italien)

Quellen: Nachrichten für Außenhandel Nr. 133 vom 15. Juli 2021;
                  www.rainews.it, Pressemitteilung vom 13. Juli 2021