Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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18.03.2021

Südafrika: Bausektor soll Wirtschaft zum Laufen bringen

Ein Infrastruktur- und ein Beschäftigungsprogramm sollen Schwungrad für Südafrikas Wirtschaft werden.
Solar-Kapstadt

Die südafrikanische Regierung hat im Oktober 2020 ein Programm für mehr wirtschaftliche Dynamik vorgestellt. Ein Infrastruktur- und ein Beschäftigungsprogramm für eine nachhaltige Infrastruktur sollen zum Schwungrad für die Wirtschaft werden. Das Infrastrukturministerium hat 62 Strategic Integrated Projects (SIP) amtlich bekannt gegeben, die zügig und so weit wie möglich unter privater Beteiligung umgesetzt werden sollen.

Südafrikas Bausektor befand sich bereits vor Corona in der Krise. Rückgänge beim staatlichen Wohnungsbau, Verzögerungen im Infrastrukturbereich sowie eine geringe private Bautätigkeit hatten der Branche insbesondere im Zuge des schwachen Wirtschaftswachstums 2015 bis 2019 sehr zugesetzt. Aufgrund der schweren Rezession 2020 stehen jetzt viele Unternehmen vor dem Aus.

Schwerpunkte der SIP sind Wasservorhaben und städtebauliche Projekte. Aufbe-reitungsanlagen und Wassertransfers müssen saniert und Wasserreservoirs bis hin zu Talsperren gebaut werden. Der Hochbau zielt auf die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum, aber auch von Wirtschafts- und Geschäftsbauten sowie von Anlagen zur Ver- und Entsorgung. Für die Umsetzung der Projekte wird zum Teil die breite Unterstützung internationaler Geber und des Privatsektors notwendig sein. Mit Garantien und günstigen Krediten will der Staat die Vorhaben fördern. Mit dem neuen Infrastrukturgesetz, der Gründung eines direkt an den Präsidenten angeschlossenen Investment and Infrastructure Office und weiteren Maßnahmen für eine effizientere Steuerung von Projekten soll mit einer Vergangenheit gebrochen werden, die von bürokratischen Hürden, fehlenden Kompetenzen und Korruption geprägt war.

Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen gibt es vor allem bei technisch anspruchsvollen Projekten und wenn sie eine lokale Produktion, etwa von Baustoffen, sowie Dienstleistungen in ihr Angebot mit einbeziehen.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 6 vom 11. Februar 2021

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