Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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24.02.2020

Kenia: Europäische Firmen wittern Chancen

Vor dem Hintergrund steigender Staatsverschuldung Kenias und dem nachlassenden Wirtschaftswachstum in China will die chinesische Bauwirtschaft stärker mit europäischen Firmen zusammenarbeiten.

Erste Anzeichen deuten darauf hin, dass die Bedeutung Chinas für Kenias Infrastrukturvorhaben abnimmt. Dadurch könnten europäische Unternehmen in Kenia neue Geschäftspotenziale erschließen - als Auftragnehmer oder als Lieferanten. Vor dem Hintergrund steigender Staatsverschuldung Kenias und dem nachlassenden Wirtschaftswachstum in China will die chinesische Bauwirtschaft stärker mit europäischen Firmen zusammenarbeiten. Der Verband KCETA (Kenya China Economic and Trade Association) hat bereits im Mai mit der britischen Handelskammer und der Kenya Private Sector Alliance eine Absichtserklärung über eine Dreiparteien-Zusammenarbeit unterzeichnet. Die KCETA strebt nun mit ihren gut 100 Mitgliedsfirmen ähnliche Abkommen auch mit anderen europäischen Organisationen in Kenia an. Die Chinesen schlagen „Win-win-Kooperationen“ bei Infrastrukturvorhaben vor, insbesondere öffentlich-private Partnerschaften (PPP) mit Fokus auf französische und deutsche Partnerschaften.

Die chinesische Konkurrenz profitiert dabei von besseren Chancen bei Finanzierungen seitens nationaler Behörden: Oft verfügen die Auftraggeber über keine ausreichenden Kapazitäten für die Sicherung einer ordnungsgemäßen Projektumsetzung. Chinesische Generalunternehmer punkten dann mit Schnelligkeit, bedingt auch durch niedrige Standards. Im Umkehrschluss gibt es für deutsche Unternehmen mehr Chancen bei Vorhaben mit hohen Standards und Projekten, bei denen die Regeln auch eingehalten werden.

Die europäische Seite steht den von der KCETA propagierten „Win-win-Kooperationen“ skeptisch gegenüber. Französische Firmen befürchten eher den Abfluss von Know-how. Zudem sind europäische Unternehmen teils deutlich länger in den Ländern Ostafrikas vertreten und haben besseren Zugang zu Entscheidungsträgern. Für deutsche Firmen wären Verschiebungen hin zu mehr europäischen Auftragnehmern durchaus von Bedeutung. Sie könnten mit besseren Liefer- und Beteiligungschancen rechnen, die es bei chinesisch dominierten Projekten bisher in der Regel kaum gibt.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 235 vom 5. Dezember 2019

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Delegation der deutschen Wirtschaft für Ostafrika
Tel.: +254-20-663
E-Mail: office(at)kenya-ahk.co.ke
www.kenia.ahk.de

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