Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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23.02.2020

Japan: Visa-Erleichterungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt

Um die angespannte Lage auf dem Personalmarkt zu entlasten, hat Japans Regierung ein Gesetz erlassen, das die Arbeitsbedingungen verbessern soll.

Ähnlich wie Deutschland kämpft Japan mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel. Derzeit stehen 161 offenen Stellen nur 100 Jobsuchende gegenüber. Deutsche und andere ausländische in Japan ansässige Unternehmen müssen mittlerweile bei der Rekrutierung von einheimischem Personal deutlich gestiegene Erwartungen erfüllen und ihre Attraktivität erhöhen.

Um die angespannte Lage auf dem Personalmarkt zu entlasten, hat Japans Re-gierung ein Gesetz erlassen, das die Arbeitsbedingungen verbessern soll. Das geschieht beispielsweise durch eine Kappung der maximal zulässigen Wochenarbeitsstunden auf 45 pro Woche sowie durch eine Erhöhung der gesetzlichen Urlaubstage. Zudem verhilft das Gesetz ausländischen Arbeits-kräften in bestimmten Berufen - etwa in der Krankenpflege und der Agrarwirtschaft - zu einer permanenten Aufenthaltsgenehmigung. Hochqualifizierte Fach- oder Führungskräfte, die aus dem Ausland entsandt werden (Expats), haben Zugang zu verschiedenen Visa, die einen beruflichen Aufenthalt vereinfachen.

Im Rahmen des Visa-Waiver-Programms können ausländische Firmen für bis zu 180 Tage Mitarbeiter visafrei für Montagetätigkeiten entsenden. Dabei darf es keinen unmittelbaren Arbeitsvertrag zwischen dem Monteur und der japanischen Firma geben. Intracompany-Transfer-Visa ermöglichen zudem den weitgehend unkomplizierten Austausch von Fachkräften zwischen einer Mutter- und Tochtergesellschaft im Ausland. Die damit verbundene Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung wird für eine Dauer von einem oder drei Jahren gewährt.

Zwischen Deutschland und Japan besteht ein Sozialversicherungsabkommen, das jedoch nur die Arbeitslosen- und Rentenversicherung umfasst. Demzufolge ist ein Verbleib in der deutschen Arbeitslosen- und Rentenversicherung grundsätzlich möglich, sofern der Mitarbeiter die entsenderechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Seit 2016 gibt es zwischen beiden Ländern auch ein Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) für Firmen und Arbeitnehmer. Das DBA legt fest, dass für in Japan angestellte Deutsche keine Einkommenssteuerpflicht besteht, wenn sie sich nicht länger als 183 Tage pro Kalenderjahr in Japan aufhalten, im Auftrag eines deutschen Unternehmens im Ausland tätig sind und ihre Vergütung nicht im Zusammenhang mit einer Betriebsstätte in Japan steht.

Quelle: Märkte der Welt Nr. 49 vom 5. Dezember 2019

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