Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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23.02.2020

Japan: Essbare Behälter und Geschirr für die Olympischen Spiele

Japan investiert in die Verringerung und Vermeidung von Abfällen. Zwei Drittel der Abfälle, die während der Olympischen Sommerspiele anfallen, sollen wiederverwertet oder -verwendet werden.

Japan will in die Verringerung und Vermeidung von Abfällen investieren. Im Nahrungsmittelbereich ist dazu im Oktober ein Gesetz in Kraft getreten. Eine Plattform dafür werden unter anderem die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele in Tokio 2020 bilden. Zwei Drittel der Abfälle, die während der Olympiade anfallen, sollen wiederverwertet oder -verwendet werden.

Im Jahr 2015 haben die Vereinten Nationen die „Sustainable Development Goals“ (SDG) verabschiedet, seitdem unterstützt Japan Nachhaltigkeits-konzepte noch stärker. Eine bedeutende Rolle spielen dabei besonders Unternehmen, die SDG als Orientierungsziel nehmen und daraus auch wirtschaftlich tragende Geschäftsmodelle kreieren.

Ein neuer Geschäftsbereich der Firma Toyoshima basiert auf Resten der Nahrungsmittelproduktion. Ein Handelshaus aus dem Textilbereich agiert dabei als Brücke zwischen der Nahrungsmittelbranche und der Modeindustrie. Vom Rohstoff bis zum Endprodukt kann der Kunde alles nachverfolgen. Aus nicht verwendeten Gemüseblättern, Kaffeehülsen und anderen Nahrungsresten, die als industrielle Abfälle kategorisiert werden, lässt das Unternehmen Farben erzeugen, die in der Produktion von Textilien eingesetzt werden können. Mit nur 10 g eines Nahrungsmittelrests lässt sich ein T-Shirt färben. Um das Netzwerk der Partner zu erweitern, nimmt Toyoshima an internationalen Messen teil, wie etwa in Deutschland, wo es auch bereits Kunden gibt.

Ein Hersteller von Eishörnchen, die Firma Morishige Confectionery, verfolgt einen anderen Ansatz. Er hat essbare Behälter entwickelt, die mit verschiedenen Geschmacksrichtungen angeboten werden. Im Portfolio sind außerdem Essstäbchen zum Verspeisen nach dem Gebrauch. Der Betrieb experimentiert derzeit mit essbaren Gabeln. Für die Olympischen Spiele ist ein Unternehmen in Tokio mit Morishige in Kontakt, um die essbaren Alternativen einzusetzen. Das würde eine größere Investition in Automatisierung erfordern, da die essbaren Gabeln bislang in Handarbeit hergestellt werden. Dann würden auch die Kosten pro Behälter sinken, die im Vergleich zu Kunststoffalternativen noch deutlich höher sind.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 223 vom 22. Oktober 2019

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