Zentralverband des
Deutschen Handwerks
Zentralverband des
Deutschen Handwerks
26.08.2020

Elfenbeinküste: Wirtschaftswachstum sorgt für gute Beteiligung

Die Wirtschaft in der Elfenbeinküste hat sich selbst in der Pandemie krisenfest gezeigt. Auch für das Gesamtjahr 2020 wird ein anhaltendes Wirtschaftswachstum erwartet.

Die Wirtschaft in der Elfenbeinküste hat sich auch in der Pandemie krisenfest gezeigt. Für das Gesamtjahr 2020 wird weiterhin ein Wirtschaftswachstum erwartet. Damit ist die Elfenbeinküste derzeit das wirtschaftlich stärkste Land im französischsprachigen Westafrika und seit 2011 auch politisch stabil. Das Land ist daher Mitglied der G20-Initiative „Compact with Africa“, die in insgesamt 12 afrikanischen Staaten weitreichende Reformen zur Investitionserleichterung erreichen möchte. In der Elfenbeinküste sind einzelne Reformen angegangen worden, allerdings ist bei der Bekämpfung von Korruption und Bürokratie noch viel zu tun.

Zwischen 2012 und 2018 lag das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes bei durchschnittlich 8,6 %. Allerdings hat bisher vor allem eine städtische Ober-schicht vom Boom profitiert. Nach einem durch die Coronakrise bedingten Rückschlag in diesem Jahr auf geschätzte 2,7 % Wirtschaftswachstum wird die Elfenbeinküste 2021 mit einem erwarteten Plus von bis zu 8,7 % wohl wieder an seine Erfolgsgeschichte vor der Pandemie anknüpfen.

Vor allem der Konsumgüterbereich expandiert kontinuierlich aufgrund des anhaltend starken Bevölkerungswachstums. Absatzmöglichkeiten gibt es für Endprodukte, etwa Nahrungsmittel, Kosmetika und andere Fachartikel. Gleichzeitig wächst auch der Markt für Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen sowie Chemikalien für die lokale Konsumgüterindustrie. In der Landwirtschaft haben Hersteller von Landtechnik und Agrochemikalien die Elfenbeinküste als einen der großen Agrarmärkte Westafrikas im Blick. Auch bei Fahrzeugen steigt die Investitionsbereitschaft, sowohl bei Nutzfahrzeugen als auch bei Pkw. Durch die ebenfalls zunehmenden Investitionen in die Exploration und Förderung von Gold, Nickel, Bauxit und Seltenen Erden wird der Bedarf an Bergbautechnik ebenfalls weiter wachsen.

Gute Chancen für deutsche Unternehmen entwickeln sich bei Infrastrukturprojekten, auch wenn die historisch bedingte Dominanz französischer Konzerne anhalten dürfte. Deutsche Firmen sind bisher beispielsweise im Gesundheitswesen als Projektleitung und Finanzgeber beim Bau von Krankenhäusern aktiv. Durch die zukünftige Präsenz des German Water Partnership vor Ort erhoffen sich deutsche Anbieter deutlich bessere Chancen, auch über das Land hinaus. Ebenso sind bei Umwelt- und Recyclingtechnik vermehrte Investitionen zu erwarten, bei denen Unternehmen aus Deutschland mit Beratungsleistungen und Technologie punkten können.

Quellen: Märkte der Welt Nr. 30 vom 30. Juli 2020;
                Nachrichten für Außenhandel Nr. 157 vom 17. August 2020

Schlagworte