Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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18.03.2021

China: Wachsende Bedeutung von Livestreaming im Warenverkauf

Immer mehr Hersteller von Konsumwaren setzen auf Livestreaming als ideale Marketingmaßnahme.
China-Livestream

Der E-Commerce in China boomt seit vielen Jahren. Für zusätzlichen Rückenwind hat die Corona-Pandemie gesorgt. Für Hersteller von Konsumwaren reicht es dabei nicht mehr aus, ihre Waren prominent auf einer Plattform zu platzieren. Um die Aufmerksamkeit der Kunden zu gewinnen, rückt Livestreaming als ideale Marketingmaßnahme in den Vordergrund ihrer Bemühungen.

Chinesische Internetnutzer verbringen einen Großteil ihrer Zeit im weltweiten Netz mit dem Anschauen von Kurzvideos. 2020 waren sie wesentlich länger online als vor dem Ausbruch der Coronapandemie. Der China Internet Report 2020 der South China Morning Post kam für März 2020 auf eine durchschnittliche Verweildauer von 7,2 Stunden pro Tag. Das entspricht einer Steigerung von fast 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Nach Angabe von Forbes soll die Anzahl der Zuschauer von Livestreaming-Sendungen 2020 um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 560 Millionen gestiegen sein. Gemäß Schätzungen des aktuellen China Internet Report gab es 2020 mehr als 600 Millionen Livestreaming-Nutzer – eine Steigerung von 54 Prozent im Vergleich zu 2018. Rund 400.000 Menschen haben dabei entsprechende Events moderiert, in denen meist Modeartikel, Kosmetik und Nahrungsmittel vermarktet wurden.

Damit hat sich die Sparte inzwischen zu einem wichtigen Arbeitgeber entwickelt. Bei den Moderatoren handelt es sich zunehmend um Prominente und wichtige Influencer, die nicht nur für die Sendung selbst bezahlt werden, sondern auch Kommission für jeden verkauften Artikel erhalten. Das macht Livestreaming allerdings anfällig für Missbrauch. Zum Beispiel, indem die Anzahl der Zuschauer mithilfe von Bots künstlich erhöht wird, um eine höhere Entlohnung zu erhalten. Die Verkaufs- und Werbemethoden können ebenfalls fragwürdig sein. Laut Angaben der China Consumers Association hätten sich in Umfragen fast 40 Prozent der Nutzer über irreführende Werbung, niedrige Produktqualität oder gefälschte Waren beschwert. Daher sei die Rückgabequote der Produkte mit 30 bis 70 Prozent auch sehr hoch.

Quelle: www.gtai.de, Pressemitteilung vom 26. Januar 2021

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