Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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26.08.2020

China: Lichtblick für internationale Schmuckhersteller

Für internationale Schmuck- und Uhrenhersteller stellt die Volksrepublik zur Jahresmitte einen der wenigen Lichtblicke dar.

Die Nachfrage nach Schmuck und Uhren im Reich der Mitte ist schon seit einiger Zeit rückläufig. Angesichts des immer wieder aufflammenden Handelskonfliktes mit den USA hielten sich die Konsumenten insbesondere mit der Anschaffung von langfristigen Konsumgütern und Luxuswaren in den letzten Jahren zurück. Dieser Trend hat sich durch die jüngste Abwertung des Renminbi Yuan zusätzlich verstärkt, weil hierdurch die Importe spürbar teurer geworden sind.

Während der Einzelhandelsumsatz von Gold- und Silberschmuck 2018 im Vergleich zum Vorjahr noch um ganze 7,4 % wuchs, gab es 2019 nur noch ein Plus von 0,4 %. Zum Jahresbeginn 2020, auf dem absoluten Höhepunkt der Coronakrise, brach das Geschäft vollkommen zusammen. Viele Läden hatten über Wochen geschlossen, im Januar und Februar ging der Umsatz von Juwelieren um rund 41 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zurück. Doch bereits seit dem Frühjahr sind die meisten Geschäfte wieder geöffnet und die chinesische Bevölkerung geht wieder zur Arbeit und zum Shoppen. Bereits im Mai verzeichnete der Umsatz des Einzelhandels mit Gold- und Silberschmuck auf Jahresbasis nur noch ein Minus von rund 4 %.

Für internationale Schmuck- und Uhrenhersteller stellt die Volksrepublik zur Jahresmitte somit einen der wenigen Lichtblicke dar. In einem CNN-Bericht vom 11. Juni berichtete etwa das Unternehmen Tiffany, dass der Firmenumsatz in China im April um 40 % und im Mai um 90 % gegenüber dem Vormonat gestiegen sei. Auch Richmond, der Schweizer Anbieter von Uhren, vermeldete, dass alle seine 462 Geschäfte in China wieder geöffnet sind und lebhafte Umsätze generieren.

Ein Grund dieser Entwicklung ist wahrscheinlich eine Art Trotzreaktion: die chinesischen Verbraucher wollen sich nach Monaten des Verzichtes endlich wieder etwas leisten. Eine stärkere Rolle spielt jedoch ein ganz anderer Effekt: Chinesen kaufen normalerweise bis zu zwei Drittel ihrer Luxuswaren im Ausland ein und tätigen diese Einkäufe jetzt im Inland. Dies verdeutlichen auch die entsprechenden schwachen globalen Ausgaben der Chinesen. Hiervon betroffen sind auch die Juweliere in Hongkong. Sie erzielten vor der Pandemie etwa zwei Drittel ihres Umsatzes mit Kunden vom chinesischen Festland. Da diese nicht mehr in die Sonderverwaltungsregion kommen können, ist ihr Geschäft drastisch zurückgegangen.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 124 vom 1. Juli 2020

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