Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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28.10.2021

Aserbaidschan: Ausländisches Know-how für Infrastruktur gefragt

Die Ruinenstadt Agdam in der Region Bergkarabach soll sich in wenigen Jahren als "smarte" Großstadt präsentieren.
Flammentürme im Stadtbild von Baku

Aserbaidschan hat in den letzten Jahren viele Reformen für ein verbessertes Geschäftsumfeld umgesetzt oder auf den Weg gebracht. In der größten südkaukasischen Republik gibt es heute gegenüber den Krisenjahren 2015-2016 in allen Branchen wieder mehr Geschäftschancen. Für deutsche Unternehmen liegen diese vor allem in den Bereichen Transport, Logistik und Bauwirtschaft. Die aserbaidschanische Regierung möchte sich als Drehkreuz für den Transitgüterverkehr der modernen Seidenstraße positionieren. Sie will bis 2022 eine Milliarde USD in die Bahninfrastruktur investieren. Bis 2027 sollen zudem elf neue Stationen der Metro Baku in Betrieb gehen. Priorität haben ferner der Auf- und Neubau von Logistikzentren sowie der Ausbau des Hafens von Baku als Logistik-Hub zwischen Asien und Europa. Dieser wird u.a. über das „Green Ports“-Projekt der OSZE gefördert mit Deutschland als einem der Haupt-Geldgeber.

Auch die Errichtung „smarter“ Städte und Dörfer steht auf der Prioritätenliste der Regierung. Zwei Pilotprojekte sind bereits an den Start gegangen. Ütschündschü Agali ist das erste Modelldorf, das durch ökologische, digitale und soziale Innovation wiederbelebt werden soll.

Ein besonders ambitioniertes Projekt für den Wiederaufbau in der Region Bergkarabach verfolgt die Regierung in Agdam: Der in den 1990er Jahren im aserbaidschanisch-armenischen Konflikt zerstörte Ort soll als „smarte“ Großstadt wiedererstehen. Bei der Stadtentwicklung Agdams ist Aserbaidschan auf finanzielle und fachliche Unterstützung aus dem Ausland angewiesen. Erste ausländische (Bau-)Unternehmen sind bereits vor Ort aktiv oder planen, Kredite bereitzustellen und an einzelnen Vorhaben mitzuwirken. Unternehmen und ausländische Kapitalanleger will die Regierung anlocken mit Investitionen in die infrastrukturelle Erschließung eines Gewerbegebietes. Die Planungen für einen Gewerbepark mit einer Fläche von 200 ha nahe der Stadt Agdam sind bereits angelaufen. Auch für weitere Städte in der Region sieht die aserbaidschanische Regierung Entwicklungskonzepte vor. Erste Aufträge wurden schon vergeben. Fortgeschritten ist ein Masterplan für die Stadt Schuscha, Entwicklungskonzepte werden gegenwärtig auch für die Städte Füzuli und Dschäbrajil erstellt.

Kontakt
Deutsch-Aserbaidschanische Auslandshandelskammer (AHK Aserbaidschan)

Quellen: Märkte der Welt Nr. 36 vom 9. September 2021;
                  www.commit-group.com; Marktinformation vom 30. August 2021

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