Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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28.10.2021

Weniger Handel Deutschlands mit dem Vereinigten Königreich

Der deutsche Warenaustausch mit dem Vereinigten Königreich ist im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,3 % gesunken.

Laut aktuellen Daten des Statistischen Bundesamts ist der deutsche Warenaustausch mit dem Vereinigten Königreich im ersten Halbjahr 2021 im Vergleich zur Vorjahresperiode um 2,3 % gesunken. Mit fast allen anderen wichtigen Handelspartnern hingegen verzeichnete Deutschland zweistellige Wachstumsraten. Insgesamt könnte das Vereinigte Königreich 2021 um drei Plätze auf den 11. Rang der wichtigsten deutschen Handelspartner abrutschen und würde dann erstmalig seit 1950 aus den Top 10 der wichtigsten deutschen Handelspartner fallen.

Der Abwärtstrend begann im Jahr des Brexit-Referendums 2016 – da lag das Königreich noch stabil auf Rang fünf der wichtigsten deutschen Handelspartner. Seitdem wächst der Außenhandel mit dem Vereinigten Königreich langsamer als der deutsche Warenaustausch mit der Welt insgesamt. Während der Handel mit China und Polen seit 2016 jährlich um durchschnittlich 5,7 % beziehungsweise 5,1 % zulegte, schrumpfte er mit dem Vereinigten Königreich um 4,4 %. Grund für den Rückgang im deutsch-britischen Handel ist vor allem der rückläufige deutsche Export. Der Anteil der deutschen Ausfuhren am deutsch-britischen Außenhandel sank von 70,7 % im Jahr 2016 auf 65,7 % im Jahr 2020.

Innerhalb der einzelnen Produktkategorien zeigen sich dabei Verschiebungen – besonders betroffen vom Abwärtstrend ist der Warenaustausch mit Pkw und Kfz-Teilen zwischen den beiden Ländern. Seit 2016 ist er im Durchschnitt um 12,3 % pro Jahr eingebrochen und damit stärker als der gemeinsame Außenhandel insgesamt. Besonders schwach entwickelte sich auch die Gütergruppe der chemischen Erzeugnisse, vor allem die medizinischen und pharmazeutischen Erzeugnisse.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 194 vom 8. Oktober 2021

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