Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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02.05.2020

EU für Verhandlungsstart mit Albanien und Nordmazedonien

Ende März haben die Europaminister der 27 EU-Mitgliedstaaten ihre Zustimmung zur Eröffnung der Beitrittsgespräche mit den beiden Westbalkan-Ländern gegeben.

Die kommenden EU-Beitrittsgespräche von Albanien und Nordmazedonien sind ein großer Meilenstein in der EU-Erweiterungspolitik. Ende März haben die Europaminister der 27 EU-Mitgliedstaaten ihre Zustimmung zur Eröffnung der Beitrittsgespräche mit den beiden Westbalkan-Ländern gegeben. Ein konkretes Datum für die Aufnahme der Beitrittsverhandlungen gibt es jedoch noch nicht.

Bereits seit elf Jahren wartet Nordmazedonien auf die Eröffnung der Gespräche, Albanien seit zwei Jahren. Über Jahre hatte Griechenland einen Fortschritt bei der EU-Integration Nordmazedoniens blockiert. Grund war der Streit um die Namensgleichheit von „Mazedonien“, wie sich Nordmazedonien noch bis vor einem Jahr nannte, mit einer griechischen Region. Nach der Lösung des Problems sperrte sich Frankreich gegen die Aufnahme der Gespräche und forderte eine Reform des Beitrittsprozesses. Mittlerweile hat die EU-Kommission auch an diesem Problem gearbeitet und den Prozess reformiert.

Die EU hat ein ureigenes Interesse an einem wirtschaftlich stabilen westlichen Balkan. Durch die Corona-Krise ist die EU-Erweiterung um den Westbalkon nun noch wichtiger geworden. Das Virus trifft in der Region auf eine für solche Fälle weitestgehend unvorbereitete Gesellschaft ohne ausgebautem Gesundheits- oder Sozialsystem. Um das Image der EU im gesamten Süden Europas nicht zu beschädigen, muss es darum auch für die Kandidaten der Westbalkanländer gelingen, auf EU-Ebene Instrumente der gerechten Verteilung von medizinischem Material zu organisieren.

Quelle: www.handelsblatt.de vom 24. März 2020

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