Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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23.02.2020

Einheitliches Klassifikationssystem für nachhaltige Investition

Mit der sogenannten „Taxonomie-Verordnung“ der EU-Kommission soll auch von Seiten der Wirtschaft der Klimawandel verlangsamt werden.

Mit der sogenannten „Taxonomie-Verordnung“ soll auch von Seiten der Wirtschaft der Klimawandel verlangsamt werden. Damit will die EU-Kommission die Nachhaltigkeit einer ökonomischen Tätigkeit anhand eines verbindlichen Klassifizierungssystems bewerten. Anleger sollen ökologisch nachhaltige Wirtschaftstätigkeiten finden, die wesentlich zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen und ein geschlossen nachhaltiges Wirtschaftssystem schaffen. Grundlage dafür sind wissenschaftliche Erkenntnisse über Ökobilanzen (Produktion, Verwendung, Entsorgung und Recycling), Umweltauswirkungen und langfristige Risiken. Ziel der europaweiten Verordnung ist es, die gesamte europäische Wirtschaft schrittweise in eine auf Recycling basierende Kreislaufwirtschaft umzustellen. Umweltverschmutzung muss grundsätzlich verhindert werden, um Ökosysteme und die biologische Vielfalt in ganz Europa wiederherzustellen. Ein nachhaltigerer Finanzsektor ist ein erster Schritt, um Investitionen in die richtige Richtung zu lenken.

Der Grad an Nachhaltigkeit einer wirtschaftlichen Tätigkeit wird anhand eines einheitlichen Klassifizierungssystems gemessen, da unterschiedliche nationale Label es Anlegern oft schwierig machen, grüne Institutionen zu vergleichen und grenzüberschreitend zu investieren. Die neue Regelung ist technikneutral, die einzig festen fossilen Brennstoffe wie Kohle oder Braunkohle werden als nicht nachhaltig deklariert. Gas und Kernenergie sind jedoch ausdrücklich von der Verordnung ausgenommen, die als mögliche Übergangslösung offen gehalten werden soll. Übergangsmaßnahmen sollten weder die Entwicklung kohlenstoffarmer Aktivitäten behindern noch zu kohlenstoffintensiven Lock-in-Effekten beitragen. Eine ähnliche Regel gilt für Tätigkeiten, die es einem Sektor direkt ermöglichen, seine Umweltleistung zu verbessern, etwa die Herstellung von Windkraftanlagen zur Stromerzeugung.

Die neuen Rechtsvorschriften wollen Anleger zudem vor den Risiken des sogenannten Greenwashing beschützen; das heißt, das Vortäuschen einer nachhaltigen Ausrichtung durch Unternehmen soll durch die vorgeschriebene Dokumentation der Firmennachhaltigkeit unterbunden werden.

Die politisch umstrittene Verordnung muss noch vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat gebilligt werden.

Quelle: Märkte der Welt vom 9. Januar 2020

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