Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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29.06.2020

Afrika: Einfachere Finanzierung für Mittelständler geplant

Mit der vom BMZ geplanten strategischen Neuausrichtung soll vor allem deutschen und afrikanischen Mittelständlern die Finanzierung von Zukunftstechnologien auf dem Kontinent erleichtert werden.

Mit der vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geplanten strategischen Neuausrichtung will sich Deutschland stärker beim Aufbau der erneuerbaren Energien in Afrika engagieren. Damit soll vor allem deutschen und afrikanischen Mittelständlern die Finanzierung von Zukunftstechnologien auf dem Kontinent erleichtert werden.

In Afrika entscheidet sich die Zukunft des Klimas. 600 Mio. Menschen haben dort noch immer keinen Zugang zu Strom. Um den Bedarf auf Basis von Kohle zu decken, müssten hunderte neue Kohlekraftwerke gebaut werden. So könnten die Klimaziele niemals erreicht werden. Das BMZ fordert deshalb von der EU „ein ehrgeiziges Investitions- und Innovationspaket für den Ausbau erneuerbarer Energien in Afrika aufzulegen - weg von Kohle hin zu sauberen Zukunftstechnologien wie ,grünem‘ Wasserstoff und synthetischen Kraftstoffen". Neben dem Erreichen der Klimaziele würden so gleichzeitig die in Afrika dringend benötigten Arbeitsplätze geschaffen.

Die geplante Strategie geht mit einem Etat von 10 Mrd. EUR im Jahr einher. Das BMZ will dabei unter anderem die Zahl der Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit reduzieren und die Aktivitäten thematisch konzentrieren. Eine solche Fokussierung erachtet das Bundesministerium als sinnvoller und effizienter als kleinteilig mit Projekten zu arbeiten.

Trotz grundsätzlicher Zustimmung für die neue Strategie wünscht sich der Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft (AV), dass die oft künstliche Unterscheidung zwischen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit, die viele sinnvolle Ansätze erschwert, überwunden wird. Der Verein kritisiert, dass es nach wie vor nur in ganz engen Grenzen möglich ist, arbeitsplatzschaffende Investitionen deutscher Unternehmen in afrikanischen Ländern durch Garantien abzusichern, die über Entwicklungsmittel gedeckt werden. Und bei der Suche nach Kernkompetenzen sollten jene der deutschen Wirtschaft nicht vergessen werden, die mit staatlicher Unterstützung viel zur Entwicklung beitragen können. Hierzu zählen beispielsweise die Erneuerbaren Energien, der Gesundheitssektor, ICT, Chemie oder der Maschinen- und Fahrzeugbau.

Quelle: Nachrichten für Außenhandel vom 30. April und 25. Mai 2020

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